Arnold Schwarzenegger, Grace Jones, Wilt Chamberlain, Mako, Tracey Walter, Sarah Douglas, Olivia d'Abo, Pat Roach, Jeff Corey, Sven-Ole Thorsen, Bruce Fleischer, Ferdy Mayne
FSK 16
19.10.1984
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07.02.2002
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„Das Horn hält ihn am Leben - reiß’ ihm das Horn heraus!“
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Conan - Die Fortsetzung.
Conan, zuvor Barbar, nun Zerstörer, zieht mit seinem diamantenschluckenden Sidekick-Buddy Malak durch die Steinwüsten des hyboreanischen Zeitalters. Ab und zu mal ein paar Raufereien, ansonsten immer frische Luft und die Sonne auf den Wanst strahlen lassen. Das ist ein Leben und zwar ein schönes. Dies ändert sich aber schnell als Conan und seine Kumpels von der Königin von Shadizar, Taramis, den Auftrag bekommen, den Begleitschutz für ihre Nichte Jehnna, jungfräuliche Prinzessin von Beruf, zum Eispalast des Zauberers Toth-Amon zu übernehmen. Belohnung: Wiederbelebung von Valeria - Conans Ex. Conan zögert nicht lange und sattelt die Pferde. Zusammen mit Malak, Jehnna, ihrem Leibwächter, der zwielichtige Bombaata, sowie der Amazone Zula, die zwischendurch aufgesammelt wurde, und der Offstimme aus Teil 1, der Zauberer Akiro, marschieren sie stramm Richtung Eispalast. Dort soll Jehnna einen magischen Edelstein berühren. Zweck: Durch die Berührung des Edelsteins wird Zugang zu einem mit Juwelen besetzten Horn gewährt, welches Dagoth, den Gott der Träume, wiedererwecken soll.
Beim Eispalast wird Jehnna sogleich von einer fliegenden Animation entführt und in einem Schlafgemach verstaut. Conan zögert nicht lange, zückt seine Keule und zerdrescht alle Feinde (inklusive einem wabbeligen Spiegelmonster). Der Edelstein ist berührt, Jehnna befreit, das Horn evakuiert, Aufgabe erfüllt.
Doch Taramis, die alte Slut, hat andere Pläne: Bombaata sabotiert die Heimreise und lässt Conan und Co. in einer Höhle sitzen. Zusammen mit Jehnna und dem Horn düst er Richtung Shadizar - um dort nach Taramis’ Willen die Prinzessin für Dagoths Wiedergeburt zu opfern...
„Conan - Der Zerstörer“ ist für Fans des Genres nicht leicht zu bewerten. Auf der einen Seite sind wir Wilderes gewohnt - und können amusant-zurückgelehnt wabbelige Gummimonster beim Zerkloppen zuschauen - so wie wir es aus anderen Fantasy-Hammern - nur noch wabbeliger - kennen. Auf der anderen Seite ist es immerhin „Conan - Der Zerstörer“, „Conan - Die Big-Budget-Produktion“, „Conan - Die Fortsetzung“ - der Nachfolger einer der größten Filmklassiker der Moderne. Eine Bewertung beider Filme untereinander wäre allerdings zu unfair, denn beide Streifen sind grundsätzlich verschieden. Während der erste Film eine harte, realistische, dreckige Realität versuchte zu schaffen, ist Hyborea in der Fortsetzung ein glitzerndes Fantasy-Wunderland - mit Schlößern, Palästen, edlen Recken, einigen wilden Stereotypen, viel Humor und haufenweise Gummifratzen. Von daher kann man meinetwegen „Conan - Der Zerstörer“ mit Streifen wie etwa „Willow“, „Hundra“ oder auch „Red Sonja“ vergleichen - allerdings kaum mit Milius’ Meisterwerk „Conan - Der Barbar“. Grund hierfür war das produzierende US-Studio, sowie die Produzentin Raffaella De Laurentiis (Nachkomme des fulminanten Dinos), die von Anfang an auf ein (amerikanisches) PG-Rating aus waren. Zwar existiert eine weitaus brutalere Fassung des Films, die auch ein R-Rating erhielt, so wurde diese jedoch bis zum heutigen Tage nie veröffentlicht. Somit ist die jugendfreie Version (in Deutschland immer noch ab 16) quasi die ungeschnittene Fassung.
„Conan - Der Zerstörer“ war allerdings auch mal anders geplant. Oliver Stone, Drehbuchautor des ersten Film schwebte eine 12-teilige (!) Filmreihe vor, in denen Conan gegen ganze Mutanten-Armeen antreten musste, bis er sich endlich selber zum König krönen konnte. Diese Grundidee wurde zwar schon recht schnell verworfen, allerdings wollte Milius, Regieling des ersten Films, unbedingt eine Trilogie schustern. Aufgrund der unterschiedlichen kreativen Vorstellungen verlies er die Produktion von Teil 2 recht früh, Richard Fleischer übernahm seinen Posten und das ursprüngliche Drehbuch wurde komplett umgeschrieben (sehr zum Missfallen der Autoren, die allerdings einige Jahre später ihre Originalgeschichte als Graphic-Novel „Conan: The Horn of Azoth“ verwerten durften). Zeitweise wurde sogar Don Coscarelli für den Regieposten gehandelt - lehnte allerdings auch dankend ab, da er das Skript für „zu schlecht“ hielt. Schade, denn Cocarelli hatte für weitaus weniger Kohle den (ersten) „Beastmaster“ auf die Kinos losgelassen - und somit wurde die Chance verpasst einen ebenbürtigen und stylistisch-ähnlich-glorreichen „Conan - Der Zerstörer“ zu drehen. Und Stones geniale Drehbuch-Saga verweilt immer noch in den Kammern De Laurentiis’.
Wie wir wissen, wurde daraus nicht viel - und übrigeblieben sind zwei Streifen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können - einer davon ein unsterblicher Klassiker, der andere ein unsterbliches Slapstick-Fantasy-Gemetzel mit Gummimonstren und schrägen Effekten.
Obwohl „Conan - Der Zerstörer“ kein finanzieller Misserfolg war (spielte mehr ein als Teil 1), folgte nie ein krönender Abschluß der Filmreihe. Nach „Red Sonja“ lief Arnolds Vertrag mit De Laurentiis aus - und aus dem geplanten dritten Teil wurde „Kull - Der Eroberer“.
Fazit:
Arnold haut zu - und den Zuschauer um. Entweder weil man bierernster Freund des ersten Films ist und mit der bunten Slapstick-Orgie nicht viel anfangen - oder gerade weil man hierbei die Tassen hochhalten kann. Ich halte die Tassen hoch - aber nicht zu hoch.
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