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Nightmare - Mörderische Träume

A Nightmare on Elm Street

-

Das Grauen kommt im Schlaf.

USA, 1984

ca. 86 Min.

Wes Craven

Wes Craven

John Saxon, Ronee Blakley, Heather Langenkamp, Amanda Wyss, Jsu Garcia, Johnny Depp, Charles Fleischer, Joseph Whipp, Robert Englund, Lin Shaye, Joe Unger, Mimi Craven

 

 

FSK 16

29.08.1985

März 1986

20.05.2005

07.05.2010

?

26.06.1992 (RTL)

31.05.1986 - 06.12.1989
28.02.1990 - 31.07.2007

-

 

 

 

 

 

 

 

 

„Eins, zwei - Freddie kommt vorbei. Drei, vier - verschließ’ bloß deine Tür. Fünf, sechs - nimm’ dein Krutzifix. Sieben, acht - schlaf’ nicht in der Nacht!“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Schnarch...ZACK! Uargh...


Die junge Tina leidet unter entsetzlichen Albträumen in denen sie von einem vernarbten Killer mit einen Klingenhandschuh verfolgt wird. Als sie und ihre Freunde bei ihrer besten Freundin Nancy übernachten, berichtet sie davon. Zu ihrem Entsetzen stellen sie fest: auch sie haben diese Albträume und werden in denen von demselben Mann verfolgt. Kurz darauf, als alle schlafen, wird Tina, in ihren Träumen von diesem Killer ermordet. Allerdings ist das für sie auch in der Realität ihr Todesurteil.


Obwohl ihr Freund Rod, der die Nacht über bei ihr schlief, seine Unschuld beteuert, kann für den Mord kein Anderer in Frage kommen - nur er befand sich mit Tina im Schlafzimmer. Rod wird verhaftet. Im Gefängnis besucht Nancy ihn, wo sie von Rod erfährt, dass noch ein anderer im Zimmer war. Jemand mit vier langen Klingen an der rechten Hand. Geschockt von den Vorkommnissen, legt sich sich schlafen - doch in ihren Träumen wird sie von demselben Mann attackiert. Nur knapp entkommt sie ihm indem sie rechtzeitig wieder aufwacht. Jetzt ist ihr klar das dieser Mann die Teenager in ihren Träumen verfolgt und tötet. Ihre Schlafstörungen fallen auch ihrer Mutter auf, so dass sie in eine Klinik gebracht wird. Dort wird sie in Schlaf versetzt und untersucht. In ihren Träumen taucht erneut der Killer auf.


Nancy schafft es ihm seinen Hut zu entreißen, den sie, nachdem sie von den Ärzten aufgeweckt wurde, mit in die reale Welt nimmt. Dies zeigt sie als Beweis ihrer Mutter. Sie ist geschockt und erzählt ihr, dass vor Jahren ein Kindermörder namens Freddy Krueger sein Unwesen in der Elmstreet trieb. Er wurde geschnappt, musste allerdings wegen eines Verfahrenfehlers wieder freigelassen werden. Die Eltern waren dermaßen empört, dass sie sich ihn schnappten und bei lebendigen Leibe verbrannten. Auch wenn die Erwachsenen ihr die Rückkehr von Freddy Krueger nicht glauben, weiß sie nun wie sie ihn stoppen kann. Sie muss Freddy in die reale Welt schaffen, denn dort hat er keine Macht und kann besiegt werden...


Wes Cravens Schlitzer-Mär gilt gemeinhin als das Schlachtschiff des Slasher-Genres. Auch wenn dies nur bedingt stimmt (kurz vor der Ziellinie wird er dann doch von Carpenters „Halloween“ überholt), hat sich „Nightmare - Mörderische Träume“ ohne Frage seinen Ehrenplatz unter den modernen Horrorfilmen verdient. Nicht nur wgen seiner Darstellung - zu der ich später noch was sage - sondern auch aufgrund seiner Rezeption. 25,5 Millionen US-Dollar (inflationsbereinigt 2010: 52 Millionen US-Dollar) spielte er allein in den USA ein - bei Produktionskosten von rund 1,8 Millionen Dollar (inflationsbereinigt 2010: 8,4 Millionen Dollar) und einem sogenannten Limited Release von 165 Kinos. Sehr beachtlich für einen mehr oder weniger kleinen Horror-Schinken - insbesondere wenn man die äußerst erfolgreichen weltweiten TV- und Videoveröffentlichungen miteinbezieht (interessantes Trivia nebenbei: die Weltpremiere des Films fand übrigens auf den Hofer Filmtagen 1984 statt).


„Nightmare - Mörderische Träume“ ist somit der Anbeginn des populären Slashers - massenkompatibel, aber nicht beabsichtigt. Vorher wurde dieses Genre - auch von der jungen Bevölkerungsschar - recht stiefmütterlich behandelt. Natürlich gibt es viele populäre Produktionen, die sich diesem Genre, insbesondere nach dem „Halloween“-Erfolg annahmen, der mittlerweile legendäre „Freitag der 13.“ darf nur als ein einziges Beispiel herhalten, dennoch war es erst Cravens Albtraum, der den Erfolg von „Halloween“ nicht nur wiederholte, sondern ihn inhaltlich auf eine neue Ebene katapultierte (Jahre später versuchte Craven selber diesen Erfolg mit dem übernatürlichen Slasher-Horror „Shocker“ vergeblich zu wiederholen). Anstatt dem Schlitzermeister nur schnöde um die Büsche schleichen zu lassen, mixt der gute Wes ein fantastisches Element hinzu, dass er mit Urängsten paart. Der Killer schlägt in den Träumen seiner Opfer zu. Eine Idee, auf die Craven durch mehrere Zeitungsberichte kam, die über mysteriöse Todesfälle berichteten, bei denen Menschen während des Schlafs verstarben - ohne erkennbaren Grund. Einen Grund liefert Craven für seinen Film nun...


Freddy Krueger, untoter Serienkiller, der einst von den Eltern der Kleinstadt Springwood in einem Akt der Selbstjustiz verbrannt wurde und sich nun an ihren Kindern rächt, indem er sie in ihren Träumen aufsucht und tötet. Die Opfer sind dem Monster hierbei schutzlos ausgeliefert. Sie können niemanden zu Hilfe rufen, sie können sich nicht einmal effektiv wehren. Sie sind in seiner Welt gefangen und in dieser bestimmt der Traum-Mörder die Regeln. Wie lange er mit seinem Opfer spielt, wann er es tötet, obliegt alleine ihm. Die Regeln kann man nicht brechen, lediglich beugen, und das Monster in die Realität ziehen. Erst hier gelten wieder die Gesetze der filmischen Realität, die Regeln des typischen Slasher-Films. Durch diesen Twist eröffnete Craven dem Genre nicht nur neue Pforten, sondern verankerte es auch tief im US-amerikanischen Mainstream-Horror. „Halloween“ trat die Welle los, doch erst „Nightmare - Mörderische Träume“ konnte sie wirklich verfestigen.

Die Folge: sechs Fortsetzungen, eine Fernsehserie, ein Remake und unzähliges Merchandise-Material. Ob Computer- und Konsolen-Spiele, Flipperautomaten, T-Shirts, Romane, Sticker-Alben, Spielzeug-Figuren, YoYos - in Deutschland erschien sogar eine sechsteilige Hörspiel-Serie von Europa (die gleichen Meister, die 80ies-Kids bereits die göttlichen „Masters of the Universe“-Hörspiele schenkten)...


Sogar eine TV-Serie unter dem Titel „Freddy’s Nightmares“ wurde produziert. Diese umfasste 2 Staffeln mit je 22 Folgen. Sie griff unter anderem die Hintergrundgeschichte von Freddy Krueger auf und zeigte seine Gerichtsverhandlung als auch die Hinrichtung durch die Bürger von Springwood. Aufgrund des recht mässigen Erfolges wurde die Serie nicht verlängert - auch Robert Englund zeigte kein großes Interesse neben den fast schon jährlich erscheinenden Filmen zusätzlich noch eine Serie zu drehen. In Deutschland wurden 16 Folgen der Serie auf Video veröffentlicht. Die Serie wurde ab 18 Jahren freigegeben und war bis auf zwei Kassetten (Vol. 1 „Wie alles begann“, Vol. 5 „Rock me, Freddy“) ungeschnitten. Auch Sat.1 zeigte in den frühen 90ern die Serie kurzzeitig - allerdings ohne nennenswerten Erfolg.


Der Erfolg des Films an sich, ist auf viele Gründe zurückzuführen. Die bereits erwähnte, für das Genre (allgemein gesprochen) sehr innovative Story überraschte, ebenso seine Hauptfigur - vor allem da Craven sie absolut ernst nahm und als wahren Horror präsentierte. Während die vielen Fortsetzungen zunehmends in einem - teils sich selber persiflierenden - surrealen Fun-Splatter abdrifteten, nimmt Craven seinen Charakter Freddy noch ernst. Er ist das Monster, die Inkarnation des Bösen und der Angst, eben ein Alptraum. Robert Englund, zum damaligen Zeitpunkt gerade einmal Mitte Dreizig, spielt diese Rolle nicht nur perfekt, sondern hat damit - gleichberechtigt neben Boris Karloff und Christopher Lee - sich seinen Platz im Horror-Olymp verdient. Freddy Krueger ist eine moderne Horror-Ikone. Sein Transylvanien sind die Albträume der Teenager. Versüßt wird das Grauen mit zwar nicht gerade spärlich gesähten Splattereffekten, allerdings werden dem Zuschauer diese auch nicht im Minutentakt und zu reinen Sensationszwecken um die Ohren gehauen. Ein Fehler, den gerade die Fortsetzungen begehen, in denen die Morde die jeweiligen Höhepunkte des Films darstellen. Nur der erste Teil ist ein wirklich ernstzunehmnder Horrorfilm - die Sequels driften in einen massenkompatiblen Entertainment-Grusel mit Fun-Splatter-Zügen ab (was allerdings nicht bedeutet, dass es schlecht ist - man muss eben einfach einen Cut zwischen den einzelnen Werken machen und sollte sie nicht zwingend in einem Verbund betrachten - „Nightmare 4“ ist meiner Meinung nach einer der besten Fun-Horror der 80er Jahre, aber in keinster Weise mehr mit dem vorliegenden ersten Teil zu vergleichen). Zwar hat auch hier Freddy noch einen Hang zum morbiden Zynismus und Sadismus, wenn er mit seinen Opfern spielt, allerdings bleibt dies immer in einem gewissen Rahmen. Der Mord an sich ist kein Joke, auch wenn er nebenbei seine bissigen Kommentare abgibt. In den Fortsetzungen sind die Morde allerdings in einem großen bösen Joke eingebettet. Vielleicht einer der vielen Gründe, warum Craven mit dem Franchise nicht sehr zufrieden war und für den siebten Teil in eine vollkommen andere Richtung ging, um den Filmcharakter Freddy in die filmische Realität zu holen. Die Schöpfung jagt den Schöpfer - eine interessante Kehrtwednung, die im Kern allerdings bereits beim ersten Teil eine Rolle spielte. Denn schließlich ist das Albtraum-Monster Freddy Krueger eine Kreation des Hasses der Eltern von Springwood, die ihn bei lebendeigen Leibe verbrannten...

Fatality:
Wes Cravens Horror-Mär hat nicht nur ein gesamtes Genre maßgebend beeinflußt, sondern darf geflissendlich auch als Geburtsstunbde eines modernen Horror-Mythos angesehen werden. Freddy Krueger ist der Frankenstein, der Dracula, der Wolfman der Moderne. Anstatt durch Transsylvanien, schleicht er durch Suburbia. Und nicht nur, dass wir in unseren sauberen Vorstädten nicht mehr sicher sind - egal wie sehr wir unsere Häuser verriegeln - selbst in unseren Träumen können wir dem Bösen nicht entkommen. Ob man nun die unzähligen Fortsetzungen und Spin-Offs mag oder nicht - kein Filmfan kommt an „Nightmare - Mörderische Träume“ vorbei. Dafür die volle Punktzahl.
 

 

 

 

Legende  

 

 

 

 

 

 

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