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Ator - Herr des Feuers

Ator l’invincibile

Ator the fighting eagle

Seine Mutter war eine Prinzessin - sein Vater ein Barbar

Italien, 1982

ca. 95 Min.

Joe D’Amato

Joe D’Amato

Miles O’Keeffe, Sabrina Siani, Ritza Brown, Edmund Purdom, Laura Gemser, Dakkar, Chandra Vazzoler, Olivia Goods, Jean Lopez, Nello Pazzafini, Ron Carter, Brooke Hart, Warren Hillman

 

 

FSK 16

05.11.1982

?

27.08.2008

?

?

05.10.1991 (ZDF)

-

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„Wieso können wir nicht heiraten?“
- „Ator, wir sind Bruder und Schwester!“
„Ich werde mit Vater reden.“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Barbar müsste man sein. Dann kann man sich den ganzen Tag im Staub rumtummeln, mit seinen Kumpels raufen, den Dorfschönheiten nachstellen, sich in der Sonne eumeln, dem Gras beim wachsen zuschauen, ab und zu die Ernte einfahren, unter Wasserfällen duschen, Ziegenfell als Unterhose zuschneidern, seine Muskeln stählen, Schweinshaxen grillen und seine Schwester heiraten...sowie Ator etwa.


Schwester heiraten? Oh, ja. Denn Ator war einst der auserwählte Nachkomme des Thoran, der die Schreckensherrschaft der Spinne beenden würde, ein fieser in Ruinen hockender Tierkult in knappen Höschen, ledernen Brustpanzern und behörnten Helmen. Als der finstere Dakkar, Chef der Truppe mit goldenen Lidschatten, davon Wind bekommt, löscht er Ators Dorf aus - nur durch die Hilfe des schnauzbärtigen Gripa wird er als Baby durchs Land geschleppt und in ein entferntes Dorf in die Obhut der armen Bauern Nordya und Barda gegeben, wo er zum strammen Barbaren mit Fönwelle und Fell-Kutte heranwächst. Von daher ist sein Wunsch, seine Schwester Sunya zu heiraten legitim - biologisch betrachtet - auch wenn ein schaler Nachgeschmack im Munde bleibt...


Doch auch das gemütliche Barbaren-Leben findet irgendwann ein jähes Ende. Als Dakkar herausfindet, dass der Nachkomme des Thorans noch lebt - dank eines Botschafters - ...


...startet er ein zweites Carnage. Ators Barbarendorf wird niedergebrannt, die Mehrzahl der Bewohner - trotz Ators Eingreifen - gegeekt.


Allerdings versagt Dakkars Truppe erneut - Ator überlebt und eumelt traurig mit einem putzigen Baby-Bären über die Steppen der Toskana, bis er wieder auf Griba trifft. Dieser erzählt ihm von der Prophezeihung, das er der Auserwählte sei, der den Kult der Spinne vernichten würde. Dafür, das er gerade erfahren hat, das er der Weltenretter ist, nimmt Ator dies recht gelassen auf - doch auch er wird schnell merken, dass es mehr als Muskeln bedarf um Dakkar zu stürzen. Griba bildet Ator im Schwert- und Zweikampf aus, belehrt ihn und züchtet ihm zu einem unbesiegbaren Krieger heran. Als sein Training beendet ist, erhält er einen neuen Brustpanzer - und das sagenumwobene Schwert von Thoran!


Nun ist alles klar. Die Fellkutte wird ab-, die Kriegskutte angelegt. Zum Glück trifft er nebenbei auf die Kriegs-Amazone Sabrian Siani - hier Roon genannt - die sich bereits durch drei andere Barbarensmasher („Das Schwert des Barbaren“, „The Throne of Fire“ und „Gunan - König der Barbaren“) rekeln durfte und von daher eine unersetzbare Quelle des Wissen und der Stärke darstellt...(außerdem ist es auch mal schön, anstatt nur männliche Stiernacken auch mal weibliche Pobacken zu sehen)...


Gemeinsam römern sie durch die vorzeitlichen Lande um Dakker zu stürzen und jeden noch so quengeligen Quest zu erfüllen - ob Lauras Gemser als Mumien-Königin oder schwummeirge Schatten-Krieger.


Aber der Knaller wartet natürlich am Ende - wenn’s in einem römischen Amphibientheater gegen den Spinnen-Kult - und ihrer ungelenkigen Riesenspinne - geht...


Ein Held desssen Familie ausgelöscht wird? Ein Tier-Kult, der die Macht an sich reißen will? Eine Amazonen-Diebin, die sich dem Heros anschließt? Ja, der findige Filmfreund wird sofort erkennen, aus welcher Ecke „Ator - Herr des Feuers“ kommt. 1982 heruntergekurbelt, versuchte der nahmhafte Italo-Hammer Joe D’Amato auf der Conan-Welle mitzuschwimmen und ohne Frage, er ging dabei vollends baden. Cineasten und das Feulleiton haben hier nichts zu lachen. Eher zu weinen. Uns jedoch macht der Shit nur noch heißer.

Auf Kulissen hat man kostensparend verzichtet. Laub und Gras bestimmen das Bild. Der Hort des Schreckens ist ein schnödes Amphibientheater. Das Heer des Bösen besteht aus maximal 8 behelmten Reitern und der Rest der Crew dürfte sich in Lumpen hüllen und kugeln - mal in Höhlen, mal auf Wiesen. Schauspielerisch wird hier auch nichts gerissen, weswegen selbst Joe D’Amato einräumte, das der gute Miles in der Hauptrolle wohl fehlbesetzt war: „Als Darsteller war er schon hundsmiserabel. [...] Im übrigen war er durch seinen Hintergrund als Bodybuilder sehr ungelenk und kam wie ein Gelähmter daher.“ Das alles sorgt natürlich für Frohsinn beim Begutachten.

Fatality:
Wilde Schlachten (Bodybuilder: 67%), heiße Kampfgefährtinnen (Dauerwelle: 70%), riesige Monsterspinnen (Gummianteil: 90%), schwammige Schattenkämpfer (schwarze Laken: 100%), starr-stehende Wächter (Muskelkater: 15%), geschminkte Bösewichter (Mascara: 300%), bärtige Lehrmeister (Bartlänge: Mindestens 3 cm), begrünte Ruinen (Denkmalschutz: Who cares?), loderne Fackeln (Obi-Baumarkt: Wahrscheinlich...), humpelnde Untote (nicht wirklich tot...), kleine Hütten (Stroh: 30%), schwingende Keulen (LARP: schwer zu sagen), scharfe Schwerter (Schärfegrad: +5), lange Matten (ja, sehr lang), Haarspray (3-Wetter-Taft). Köppe (Anzahl: Muss schon ein Fünfer sein...).
 

 

 

 

Legende  

 

 

 

 

 

 

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