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Planet des Grauens

Vicious Lips

-

-

USA, 1985

ca. 81 Min.

Albert Pyun

Albert Pyun

Gina Calabrese, Chris Andrews, Don Barnhart, Eric Bartsch, Steve Donmeyer, Shayne Farris, Mary-Anne Graves, Anthony Kentz, Linda Kerridge, Brian Maguire, Tanya Papanicolas, Dru-Anne Perry

 

 

FSK 16

?

1988

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„Irgendwo, in ferner Zukunft auf einem Planeten fernab unserem Sonnensystems. Eine Gruppe junger Leute fliegt die Weltraumstation des Planeten des Grauens an. Sie geraten bald in ihrem ausgedienten Weltraumgleiter in alle möglichen halsbrecherischen Situationen. In einem Raumschiffcrash, verfolgt von ausserirdischen Kreaturen, werde sie bis an den Rand des Wahnsinns getrieben...“
(Coverzitat)

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Die Zukunft ist wüst...und bunt.


Irgendwann in der fernen Zukunft (lass’ es das 23.Jahrhundert sein...plus minus ein paar Zerquetschte), einer Zeit in der Röhrenfernseher und Kabeltelefone wieder Einzug auf intergalaktischen Raumkreuzern halten, steht die Gruppe Vicious Lips, vier knackige Dauerwellen mit futuristischen Holz-Instrumenten, kurz vor ihrem Durchbruch. Sie haben einen seltenen Gig in einem angesagten Club gewonnen, einen der wohl coolsten Underground-Clubs der Zukunft, quasi das interstellare CBGB’s. Oder so. Obwohl, nein. Wohl eher nicht. Das Problem: Der Club befindet sich auf einem anderen Planeten!


Glücklicherweise hat der findige Promoter Matty bereits eine Idee - anstatt einen regulären Flug (Economy - versteht sich) zu buchen, überredet er einen Gefängniskreuzer die Mädels mitzunehmen. Die Tatsache, dass ein mehrfacher Mörder mit Klingonen-Gedächnis-Stirn mit an Bord ist, scheint niemanden so richtig zu beunruhigen. Auch die mehr oder weniger freiwillige Abkürzung durch ein Asteroidenfeld wird weggelacht - bis, ja bis es zum Unglück kommt: Der Bordcomputer (mit roter LED-Anzeige) warnte noch „It’s a fucking big rock!“ - doch es ist bereits zu spät. Ein Asteroid knallt gegen das Schiff und der gesamte Karren schmiert ab...


Und zwar direkt auf einen Wüstenplaneten - ohne Wasser, ohne Nahrung und der Gig dürfte wohl gestorben sein - aber hey - dafür begrüßen einem dort halbnackte Weiber - nur bekleidet in Seide-Fetzen. Und während Morty sich der Fleischeslust hingibt,...


...hocken die Mädels im abgeschmierten Kahn rum und versuchen ihre Songs in schwungvolle Töne zu pressen. Leider wird dieses musikalische Sit-In arg unterbrochen - als der extraterrestrische Meuchelmörder im Schiffswrack seine Runde dreht.


Natürlich war dies erst der Anfang - was nun folgt ist ein wild zusammengeschnittener, halb-psychedelischer SciFi-Horror - angesiedelt zwischen Haarspray-Spot („Stu-Stu-Studioline...“) und 80er-MTV-Vid (erinnert an einen HomeVideo-Spoof des „Rock-Vid of the Week“ von „Headbanger’s Ball“), indem die alte Bandleaderin, die irgendwann einmal rücksichtslos rausgekickt wurde und REIN ZUFÄLLIG auf dem Planeten rumhockt, ebenfalls eine Runde Extra-Terror schieben darf. Am Ende gibt’s noch ’nen Twist, der alles vorangegangene sinnlos erscheinen lässt. So zumindest nach der Meinung meiner Mit-Zuschauer - Atrappe und Hellhaim...

Ich gebe es zu: Ich bin wohl mal wieder die einzige Person, die auch an einem solchen Werk etwas unterhaltsames findet. Denn glaubt man den VideoRaidern Atrappe, Hellhaim und Skullo, so ist dieser Film ein (Zitat...) „grottenlangweiliger SciFi-Murks der übelsten Sorte“. So schallte es jedenfalls während der Begutachtung ständig von der linken und rechten Couchhälfte. Gefolgt von einer nicht enden wollenden Aufforderung den Streifen abzuschalten - oder zumindst vorzuspulen. Aber wie ich es bereits sagte, ich habe eine Schwäche für diesen 80ies-Shit. Vielleicht liegt es an den Brüsten...


...in dreifacher Ausführung,...


...an den abstrusen Aliens,...


...der vollen Breitseite an 80er-Mode...


..oder gar dem längst-untergegangenem Synthie-Rock.


Ich kann es nicht einmal genau sagen...aber irgendwas an diesem finsteren Werke belustigt mich so sehr, dass ich zwar etwas zaghaft aber dennoch zuversichtlich dem Streifen vier Köppe geben würde. Tja, wenn da nicht wieder die nörgelnden Stimmen meiner Teammitglieder im Hinterkopf surren würden...

Der Film hat eigentlich alles, was man von einem SciFi-Trasher erwarten sollte: Gummimasken, Modellraumschiffe, hilarious over-acting, Synthie-Soundtrack (inklusive cool-funkigem Rock-Trash), ausgedienter Elektroschrott getarnt als futuristische Kommunikationsmittel - und - ein Drehbuch welches dem Zuschauer genug Freiraum zu ausgedehnten Besuchen der lokalen Kühlschrankeinheit lässt, während der Film weiterläuft. Wenn das nicht mindestens drei Schädel wert ist - WAS DANN?

Diese Frage werfe ich als Anstoß eines öffentlich im Feuilleton geführten Diskurs in den Raum...es möge an Universitäten und Forschungsinstituten debattiert werden.

Oder auch nicht.
 

 

 

 

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