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Wicker Man, The

The Wicker Man

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Groß-Britannien, 1973

ca. 100 Min.

Robin Hardy

Anthony Shaffer

Edward Woodward, Christopher Lee, Diane Cilento, Britt Ekland, Ingrid Pitt,Lindsay Kemp, Russell Waters, Aubrey Morris, Irene Sunters, Walter Carr, Ian Campbell, Leslie Blackater, Roy Boyd

 

 

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„I believe in the eternal life, as promised to us by our Lord, Jesus Christ.“
„That is good, for believing what you do, we confer upon you a rare gift, these days - a martyr’s death.“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Der gläubige und sehr korrekte Polizist Neil Howie wird auf die abgelegene Insel Sommer’s Ilse geschickt, um dort dem Verschwinden eines kleinen Mädchens namens Rowan Morrison nachzugehen. Bereits bei seiner Ankunft stoßen ihm Ablehnung und Verschlossenheit seitens der Inselbewohner gegenüber. Er denkt sich zuerst nicht viel dabei und schiebt es einfach auf den Charakter der Menschen dort zurück, doch schon bald muss er herausfinden, das mehr hinter der Verschwiegenheit steckt, als zuerst angenommen. Selbst die Existenz des verschwundenen Mädchens wird anfänglich geleugnet, obwohl es klare Beweise dafür gibt. Desweiteren findet Neil heraus, dass die Inselbewohner einen eigenartigen Glauben besitzen, der an frühzeitliche Pagan-Sekten erinnert. Schnell wird ihm klar, das, das Verschwinden von Rowan nicht die Tat eines Einzlenen war...sondern die der gesamten Inselbevölkerung...


„The Wicker Man“ gehört (in Deutschland) zu den „geheimen“ Kult-Klassikern des englischen Horrorkinos. Im englisch-sprachigen Raum ist der Streifen sehr populär, in Deutschland hingegen wurde er leider nicht mal veröffentlicht (mir ist jedenfalls kein Release bekannt...). So musste ich auf die (EXZELLENTE!) englische DVD von Anchor Bay zurückgreifen, um den Film zu sehen. Selten zuvor mache ich solche Blindkäufe, aber die fast überschwenglichen Bewertungen in englischen Filmforen hatten mich dann doch überzeugt und enttäuscht wurde ich wahrhaftig nicht. „The Wicker Man“ zeichnet sich durch eine starke Storyline aus, die ähnlich eines Thrillers beginnt und sich dann nach und nach in einen Horrorfilm alter Schule entwickelt. Allerdings besitzt der Film auch so manch merkwürdige Eigenheiten, die zum Schmunzeln anregen...

Als Erstes wäre da mal wieder Christopher Lees Haar...ähnlich wie in „Der Hexentöter von Blackmoor“ hat er auch hier desöfteren seinen ganz persönlichen „Bad Hair Day“"...vielleicht lag es am Jahrzehnt der 70er, dass man ihm die merkwürdigsten Frisuren aufsetzte...vielleicht...


Im frischen Wind sieht’s so aus...


Aber als ob das noch nicht genug wäre, muss der Herr Lee am Ende wieder, wie als Hexentöter, eine Perücke tragen...kann ich nicht beschreiben...


Doch der endgültige Knock-Out in Sachen „Lees Mode“ kommt erst ganz zum Schluss...wenn Christopher Lee mit schwarzer Perücke und einer Sichel bewaffnet, als Sekten-Boss TANZEND die Parade über die Insel anführt...Leute...das muss man gesehen haben...

Hier mal die schönsten Einstellungen...


Der Tanz ist sichtlich improvisiert und folgt keinem Schema. Herr Lee mag sicherlich viele Talente besitzen... Ich meine, der Mann ist Schauspieler nach Shakespear’schen Theater, war Spitzel im 2.Weltkrieg, spricht fließend Deutsch (unvergessen seine eigene deutsche Synchronisation von König Haggard in „Das letzte Einhorn“), schreibt (von der Presse hochgelobte) Romane und Gedichte, ist dazu noch Opernsänger...aber tanzen...neeeee, lass’ mal Christopher...

Der Knaller kommt aber erst noch: Christopher Lee hat für diesen Film keinerlei Gage verlangt (allein für den knallgelben, hautengen Rollkragen-Pullover, den er im Film tragen muss, hätte man ihm Schmerzengeld zahlen sollen)! Dies behauptet er jedenfalls im Making-Of mit vor Stolz geschwellter Brust. Desweiteren wurde der gesamte Film unter einem sehr niedrigen Budget gedreht. Man könnte es fast mit einer Independent-Produktion vergleichen. Warum dies der Fall ist, kann ich nicht sagen, denn von der Story her, hatte der Film das Potenzial zu einem der ganz großen Horrorschocker der 70er werden zu können (und zwar in einer Reihe mit „Das Omen“ und „Der Exzorzist“), so unterliegt er aber LEIDER zu oft seinen niedrigen finanziellen Mitteln. Die Ausstattung ist recht spärlich, die Statisten wurden vollends aus dem Dorf, in dem gedreht wurde, rekrutiert (verfügen von daher sichtlich über kaum darstellerisches Talent) und manchmal hat man das Gefühl, das die ein oder andere, eigentlich misslungene, Kameraeinstellung nur ihren Weg in den fertigen Film fand, weil eben kein Geld dafür da war, um es neu zu inszenieren (geschweige denn Nachdrehs stattfinden zu lassen). Dieses alles verleiht dem Film aber auch einen gewissen Charme und einen Hauch von Realität, denn die Kostüme, als Beispiel, die, die Sektengemeinschaft am Ende des Films für ihr Opferritual trägt, sind zwar enorm einfach und teilweise recht belustigend (anstatt angsteinflößend) geschneidert, doch geben sie dem Film eben dieses gewisse Maß an Realität, weil sie gerade so aussehen, als wären sie von Laien gemacht - und nicht von professionellen Kostümbildnern. Es wäre nämlich sehr zu bezweifeln gewesen, wenn die Dorfgemeinschaft über eine „Hollywood“-Ausstattung verfügt hätte...

Ein weiterer Punkt der enorm stark heraussticht, ist die ungewöhnliche Musik des Films, die hauptsächlich aus englischen Volksliedern besteht oder sich diesen zumindest anlehnt. Beim ersten Hören wirkt sie etwas befremdlich, zumal sie teilweise mit 70er-Pop vermischt wird, aber ich muss sagen, dass sie doch enorm gut zur Eigenartigkeit der Insel und ihrer Bewohner beiträgt.

Hier mal ein Beispiel:


Fatality:
„The Wicker Man“ ist ein zwar eigenartiger (und eigensinniger), aber gerade deswegen sehr interessanter Horrorfilm, der hierzulande, wie schon erwähnt, leider nicht veröffentlicht wurde. Den Grund verstehe nicht...denn wer „Piratenmassker“ auf DVD und Video veröffentlichen kann, der sollte auch dieses Werk den deutschen Fans servieren (denke ich...). Bleibt zu hoffen, dass im Zuge des Remakes aus dem Jahre 2006 (übrigens mit Nicolas Cage in der Hauptrolle), auch das Original Einzug in die heimischen DVD-Spieler findet. Der Film verdient es zweifelsohne, nicht in Vergessenheit zu geraten. 4 Köppe für Christopher Lees Haare, der Musik und dem harten Ende...
 

 

 

 

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