Der echte Horror treibt sie in den Wahnsinn! Gedreht an der Stätte unvorstellbarer Perversionen
USA,
2000
ca. 76
Min.
Ted Nicolaou
Ted Nicolaou
Paul Salamoff, Troy Taylor, Paul James Palmer, Madison Charap, Ryan Larson, Tim Baldini, Ava Jones, Katherine Smith, Sarah Clifford
FSK 16
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18.09.2001
18.09.2001
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14.08.2001 (Premiere)
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„Auf Poltergeist-Aktivitäten war ich nicht vorbereitet! Ich wußte nicht, dass jemand Gegenstände nach uns wirft.“
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Im Zuge des „Blair Witch Project“-Erfolges gab es so einige Nachahmer, die im Stile des Films auf der Erfolgswelle mitschwammen wollten...und zwar nicht nur aus den USA, sondern sogar auch aus deutschen Landen („The Dark Area“). Oftmals ging ein solches Vorhaben nach hinten los, denn so gut wie die Idee von „Blair Witch Project“ auch war, und ich halte sie für sehr genial, so individuell war sie auch. Der Film spielte mit den Ängsten der Zuschauer auf einem recht simplen Niveau. Die Vortäuschng des Realen gab dem Film das gewisse Etwas. Es war nicht nur einfach das wilde Herumgewackele der Kamera, das diesen Film auszeichnete, sondern viel mehr die gesamte, zu dem Zeitpunkt absolut neue, Idee der Umsetzung. Dieses zu kopieren, ist demnach schon im Grundsatz nicht machbar. Die Einzigartigkeit, der simple Grund, dass es etwas vergleichbares vorher eben noch nicht gab, machte „Blair Witch Project“ aus. Die Story war keinesfalls neu oder in irgendeiner Weise wirklich beindruckend. Es war ganz allein die Machart.
Nun haben sich also ein paar Filmschaffende gedacht, die Grundidee mit einer (leicht abgewandelten) Story zu optimieren und die Ortschaft zu wechseln. Aus der Hexe wird eine gequälte Seele und der Wald wandelt sich in ein altes Haus...
Vor 150 Jahren hat das Plantagenbesitzer-Paar Louis und Delphine LaLaurie ihre Sklaven nicht nur auf den Feldern schwitzen lassen, sondern auch in ihrem eigenen Folterkeller. Unvorstellbare Grausamkeiten haben sie begannen. Einigen haben sie ein Teil des Gesichts entfernt, Andere jahrelang in eine Kiste gesperrt. Bevor die ganze Geschichte aufflog, konnten sie aber fliehen und wurden für ihre Greultaten nie zu Rechenschaft gezogen. In der Moderne angekommen, steht das Haus der Plantagenbesitzer noch immer leer. Eine Gruppe von Parapsychologen will nun eine Nacht im Haus verbringen, um den Gerüchten, dass die gequälten Seelen der Sklaven, dort noch immer rumspuken würden, auf den Grund zu gehen. Anfangs scheint das Haus nicht viel herzugeben, doch schon recht schnell ereignen sich merkwürdige Dinge...schepper, schepper...
„The St. Francisville Project“ bietet uns „Blair Witch“ in Reinkultur. Tweens brüllen in die wackelige Kamera, poltern durch die Gegend, aus dem dunklen Off ertönen Geräusche. Einziger Unterschied ist der Inhalt. Aber auch hier ist es lediglich Spukhaus-Horror. Türen knarschen, Lüftchen wehen, Geheimgänge werden gefunden (inklusive Folterkammer). Als Background dient eine „erschreckende“ Geschichte, die sich irgendwann zu Zeiten der Sklaverei ereignet haben soll. Mehr ist „The St.Francisville Experiment“ nicht, doch für die bereits bekannte Thematik und Umsetzung kommt der Streifen überdurchschnittlich daher (bedeutet aber nicht, dass er auch wirklich gut ist...). Schmunzelgarantie gibt’s nur bei eine der Darstellerinnen, die eine Geisterbeschwörerin mimt und für den ein oder anderen ulkigen Dialog sorgt („Wir rufen dich, oh, ja...“). Ansonsten gibt’s, Darstellertechnisch, Standard aus der Retorte. Der Rest ist schwer zu bewerten, da gerade bei der Umsetzung Patzer keine wirklichen Patzer sind oder zumindest schwer zu erkennen, da eben gerade der real-wirkende Schein erweckt werden soll, dass Amateure die Ereignisse und sich selber filmen. So gibt’s natürlich auch keine Musik, ebenfalls die Effekte beschränken sich auf simple Requisiten, die mal durch Geisterhand durch die Gegend geworfen werden. Da dieses aber bereits, wie erwähnt, beabsichtigt ist, erfüllt es alles seinen Zweck, auch wenn das ein oder andere Mal dem Zuschauer ein Lächeln über das Gesicht gleitet, wenn urplötzlich Stahlfesseln aus dem Kamin poltern...warum auch immer...
Interessant zu erwähnen ist übrigens, dass der Film keinesfalls von einem Team junger Nachwuchsfilmer erstellt wurde, sondern professioneller Natur ist. So ist der Regisseur des Werks Ted Nicolaou, der bereits die Regie bei Trashperlen wie „Puppet Master vs Demonic Toys“, „Lucky Luke“, „Herrscher der Hölle“ oder auch „TerrorVision“ führte.
Fatality:
Von allen „Blair Witch“-Kopien ist „St.Francisville Experiment“ mit Sicherheit eine der Besten, wenn nicht sogar die Beste. Dies bedeutet aber nicht gleich, dass der Film generell überzeugen kann, denn dazu sind die Parallelen zu „BWP“ einfach zu groß und das ist es, was diese Art von Film nunmal auszeichnete und wohl nur mit ihm funktionieren wird. Ich ringe mich dennoch zu drei Köppen durch (so richtig weiß ich gar nicht warum...)...weil ich glaube, wenn „Francisville“ zuerst gekommen wäre, der Blick auf das Werk GÄNZLICH anders wäre...
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