Patrick Swayze, C. Thomas Howell, Lea Thompson, Charlie Sheen, Darren Dalton, Jennifer Grey, Brad Savage, Doug Toby, Ben Johnson, Harry Dean Stanton, Ron O'Neal, William Smith
FSK 18
21.12.1984
09.05.1985
30.03.2004
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14.10.1995 (Pro 7)
31.07.1985 - 30.11.2001
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„Ich dachte immer es gäbe über eine Milliarde Chinesen...“
- „Das war einmal.“
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Einer der legendärsten Wahlwerbespots der US-Geschichte kam 1984 aus dem Reagan-Lager, mit der in den USA legendären Wahlkampfboschaft „Another morning in America“. Doch bevor in den 80ern der Morgen der „conservative revolution“ anbrach, kam immer noch die Dämmerung...in diesem Fall, die...
Mitte der 80er ging’s rund: Hungersnot in der Sowjetunion, Aufstände in Polen, sozialistische Revolutionen in El Salvador...und...die GRÜNEN ergreifen die Macht in West-Deutschland! Laut vorliegendem Film passierte dies jedenfalls, wie uns eine formschöne gelbe Schrift am Anfang weismachen will (diese wurde übrigens aus der deutschen Video- und DVD-Fassung herausgeschnitten...warum wohl?).
Zum Glück war das nur Fiktion ;), aber im Film führt all das unweigerlich zum DRITTEN WELTKRIEG (*kreisch*)! Und die Ersten, die, dies spüren dürfen, sind eine Horde US-amerikanischer High School-Kids. Mitten im Geschichtsunterricht purzeln Trauben russischer Fallschirmjäger vom Himmel, schießen die Schule klein (warum?) und bringen auch sogleich noch den Geschichtslehrer, sowie ein paar Mathe-Nerds um. Kollateralschäden. Panik bricht aus. Unkontrolliert stürmen die Schüler aus dem Gebäude. Zum Glück kommt im richtigen Moment Ex-Football-Captain PATRICK SWAYZE mit seinem Pick-Up-Truck ins Bild gehämmert, um unsere Protagonisten in Sicherheit zu bringen, während ringsherum immer mehr feindliche Soldaten amerikanischen Boden erobern. Jedem wird sofort das klar, wovor Meister Röhrich sein Leben lang warnte: „Die Russen sind da!“
Doch sie sind nicht allein. Verstärkung erhalten sie von lateinamerikanischen Truppen (vorzugsweise aus Kuba) und diese beginnen auch sofort mit der Umerziehung des kapitalistischen Packs. Lager werden errichtet, die gebildete Klasse inhaftiert, alte Gesellschafts- und Machtstrukturen zerschlagen. Alles sieht danach aus, als ob die Kommis siegreich wären....aber halt! Patrick Swayze hat einen Plan und der heißt Résistance! Gemeinsam mit seinen pubertierenden Freunden verzieht er sich in die Berge und gründet die WOLVERINES, eigentlich der Name der hiesigen Schul-Football-Mannschaft, hier nun die schlagkräftigste Partisanen-Truppe im Lande...und laut US-Tagline auch noch die „last line of defense“!
Was nun passiert dürfte klar sein: die anfangs ängstlichen Kids verwandlen sich in Freiheitskämpfer par excellence und müssen physisch, wie phsychisch die (Hollywood-) „Grausamkeiten“ des Krieges über sich ergehen lassen. Begleitet werden sie dabei von heroischen Fanfaren aus dem Off und markigen Freiheitsparolen aus dem munde Swayzes und stellen sich entschlossen der roten Flut...
Stellt sich nun die Frage, ob der Filmfan bei den Vorbereitungen seines nächsten Filmabends auf ein solches Werk zugreifen sollte...ich sage klar: YO! Schiebt man alle triefenden Klischees, kitschigen Dialoge und mächtigen Logiklücken beiseite, so hat man es hier zweifelsohne mit einem hervorragenden Kriegs-Actioner im Endzeit-Gewand zu tun, der nicht nur einfach gut vom „Conan“-Regisseur Milius in Szene gesetzt wurde, sondern zu aller Überraschung von seinem recht jungen Cast überzeugend getragen wird. Versteht mich nicht falsch. Mit dem „Royal Shakesspeare Theatre“ haben wir es hier nicht zu tun, was auch zuviel verlangt wäre, aber dennoch hätte es bei weitem schlimmer kommen können - nämlich in dem simplen Herunterrasseln aufopferungsvoller Einzeiler - verbunden mit einer klassischen Lorne-Greene-Pose (Bonanza...).
Negativpunkte findet man (wenn man will!) en masse bei solch einem Werk, welches klar gut und böse definiert und politisch (absichtlich!) sehr simpel gestrickt ist, allerdings wäre es in diesem Fall fast schon Zeitverschwendung darauf einzugehen. Der Film ist nun einmal ein US-amerikanisches Produkt aus einer Zeit als die USA sich von einer langen Phase der Depression (Vietnam, Wirtschaftsflaute, Rassenunruhen, Dauerwellen) und einem (bitter nötigen) Selbstfindungsprozess erholten und versuchten sich wieder auf ihre eigenen klassischen Werte zurückzubesinnen. Eben ein Erzeugnis seiner Zeit, inszeniert vom NRA-Lobbyisten Milius. Desweiteren ist „Die rote Flut“ zweifelsohne als ein Kontraprodukt zu damals enorm populären Werken wie „The Day After“ oder „Testament“ anzusehen, welche beide die Auswirkungen eines Atomkrieges auf die amerikanische Bevölkerung darstellten und in Zeiten von Pershing-Raketen und dem berühmt-berüchtigten „Star Wars“-Raketenabwehrprogramm natürlich auch politischer Zündstoff lieferen wollte (dem sich selbst ein Ronald Reagan nicht entziehen konnte). Direkt nach der TV-Ausstrahlung von „The Day After“ wurde, quasi als Gegenprogramm, eine Serie namens „Amerika“ ins Leben gerufen, die 10 Jahre nach der Sowjet-Invasion spielte. Die Serie ging baden, dennoch zeigt sich hieran sehr gut, unter welchen Aspekten man auch ein Werk wie „Die rote Flut“ behandeln muss. Wer also bei triefenden US-amerikanischen Patriotismus die Kretze kriegt, sollte gleich den Fernseher auslassen...alle anderen können sich unterhalten lassen...
Der Spiegel, 1984
Fatality:
Technisch hervorragend, optisch top, inhaltlich unterhaltsam, politisch gewöhnungsbedürftig. Ich vergebe vier Köppe und schäme mich nicht öffentlich zuzugeben, dass ich für patriotischen Kitsch und Quatsch empfänglich bin.
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