Mel Gibson, Tina Turner, Bruce Spence, Adam Cockburn, Frank Thring, Angelo Rossitto, Paul Larsson, Angry Anderson, Robert Grubb, George Spartels, Edwin Hodgeman, Bob Hornery
FSK 16
26.09.1985
14.03.1986
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„Zwei Mann gehen rein, ein Mann geht raus.“
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Film zuende. Der Abspann trällert fröhlich vor sich hin. Aus den Boxen dröhnt es „We don’t need another hero“ von Tina Turner - und recht hat sie. We don’t need another hero, jedenfalls nicht in der Endzeit. Über die Jahre strahlte uns ja so mancher drei-tage-bärtiger Hannes von den Videocovern (zumeist italienischer) Endzeit-Schinken an. Ob Striker, Rush oder Nomad - keiner konnte unserem Max je das Wasser reichen, selbst wenn dieser etwas schwächelte, wie im vorliegenden und (bisher) finalen Teil der Reihe...
Mad Max durchstreift, wie gewohnt, die öden und wüsten Landschaften des post-nuklearen Australiens. Als ihm eines Tages sein Gefährt (nun ein simple Kutsche) geklaut wird, macht er sich auf nach Bartertown, wo er sein Eigentum vermutet, da es die einzige Stadt weit und breit ist, in der Handel betrieben wird. Dort angekommen, wird er auch schnell fündig, doch will man ihm sein Eigentum nicht zurückgeben. Stattdessen macht man ihm ein Angebot. Er soll Blaster ermorden. Blaster ist quasi der Beschützer von Master, der zwergwüchsige Betreiber des lokalen Stromnetzes von Bartertown. Dieser droht Aunt Entity, Chefin von Bartertown, offen mit einem Energie-Embargo, wenn sie sich seinem Willen nicht beugt. Kein Wunder also, dass Aunt zumindest seinen starken Beschützer Blaster weg haben will. Als Gegenleistung soll Max sein Gefährt plus Zusatzleistungen erhalten. Damit niemand von dem Deal etwas mitbekommt, soll Max mit Blaster Streit anfangen - und in Bartertown wird jeder Streit in der Donnerkuppel, quasi eine post-nukleare Gladiatoren-Arena ausgetragen. Dort gibt es nur eine Regel: „Zwei Mann gehen rein, ein Mann geht raus.“. Max gewinnt im Kampf gegen Blaster die Oberhand und ringt ihn nieder - doch gewährt ihm das Leben, sehr zum Unmut von Aunt, die ihn Tod sehen wollte. Das war der Deal. Da Max damit offiziell gegen das Gesetz der Donnerkuppel gehandelt hat, wird er ohne Wasser in die Wüste verstoßen. Kurz vorm Sterben, wird der völlig erschöpfte Max von einer Horde Kinder und Jugendlicher gefunden, die ihn für eine Gottheit halten und ihn wieder gesund pflegen. Gestärkt hat Max nur noch eines im Sinn...Rache!
„Mad Max 3 - Jenseits der Donnerkuppel“ kann in vielen Punkten überzeugen. Die Stunts und Kämpfe (in erster Linie natürlich das große Finale, sowie der Kampf in der Donnerkuppel) sind hervorragend und gut durchdacht in Szene gesetzt. Das mag vielleicht daran liegen, dass George Miller bei diesem Werk auf einen zweiten Regisseur zurückgriff, um sich eben intensiver um die Actionszenen zu kümmern. Aber vielleicht haben wir deswegen auch sogleich das erste große Problem: der Film wirkt etwas zu unausgegoren. Die Grundstory ist großartig und abwechselungsreich und bringt neues Leben in die ansonsten so öde Endzeit-Welt. Auch die Weiterentwicklung der Welt innerhalb der „Mad Max“-Serie ist sinnvoll und gekonnt weitergeführt wurden (Teil 1: Welt steht kurz vor dem Abgrund...Teil 2: nach der Apokalypse...Teil 3: die Menschheit beginnt mit den Resten der alten Zivilisation, eine Neue zu errichten, auf mittelalterlichen Niveau). Dennoch erscheint es stellenweise zuviel des Guten. Der Film hätte zweifelsohne Stoff für 2 Filme geboten und so gut, wie z.B. die Kinder-Handlung auch gewollt ist, passt sie nicht zwingend in den Film. Es fühlt sich ein bißchen wie ein Fremdkörper an. Hier hätte man vielleicht etwas weniger „Peter Pan“ und dafür mehr „Herr der Fliegen“ einarbeiten sollen. Dieses „Lost Boys“-Schema funktioniert zwar, um einen gewissen (und zumindest interessanten) Mystik-Ansatz in den Film einzubauen (was letztlich in der genialen Abschluß-Szene mit dem Opernhaus von Sidney endet), passt aber letztlich nicht wirkich zur „Mad Max“-Reihe, da diese sich in erster Linie durch ihre rohe und kalte Härte auszeichnete. Diese Härte, findet man im dritten Teil nur unterschwellig...
Warum das der Fall ist, lässt sich wohl am besten damit erklären, dass das Budget des Films, das eines damaligen Sommer-Blockbusters umfasste und man wohl für eine niedrigere Altersfreigabe, Kompromisse eingehen „musste“. Wenn ich mir aber das absolut geniale Finale vom Film anscheue, komme ich fast schon in Versuchung zu sagen, dass es das wert gewesen sei. Selbstzusammengebaute Auto und Trucks, quasi einmalige Endzeit-Vehikel, die in einem Stuntfeuerwerk auf einander einpreschen...wo hat man dies, in einer solchen Ausführung schon einmal gesehen...mit dem Wissen, dass es echte Stunts sind...und kein CGI...
„Mad Max 3“ ist stellenweise sanfter, bei weitem verspielter, aber auch komplexer (und ansatzweise philosophischer) als seine Vorgänger. Sicherlich ist dies nicht Jedermanns Sache (und ob es wirklich zu „Mad Max“ passt, sei jetzt mal dahingestellt) und ich gebe auch zu, dass es einem recht schwer fällt, den Film in allen Belangen zu mögen, aber ein schlechter Film oder unwürdiger Nachfolger, wie von vielen behauptet, ist der Streifen deswegen bei weitem noch nicht...
Fatality:
Manch einer, wünschte sich, dass Max bloß hinter der Donnerkuppel geblieben wäre - ich nicht! Sicherlich, der Film kann mit seinen Vorgängern nicht mithalten und ob so das Finale der Fimreihe aussehen soll, kann man von mir aus auch diskutieren, dennoch ist und bleibt der Film bei weitem einer der besseren, durchdachteren und komplexeren Endzeit-Schinken, die uns jemals serviert wurden. Also, im direkten Vergleich zu anderen Werken klare 4 Köppe wert...aber im Vergleich zur „Mad Max“-Reihe, und ein solcher Vergleich MUSS der Film nun mal bestehen, leider nur 3...
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