Gary Graham, Anne-Marie Johnson, Paul Koslo, Robert Sampson, Danny Kamekona, Hilary Mason, Michael Alldredge, Jeffrey Combs, Michael Saad, Ian Patrick Williams, Jason Marsden, Carolyn Purdy-Gordon
FSK 12
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02.11.1990
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„Zerstören und verbrennen!“
Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.
Ein großes Tim Taylor „R-R-R“: riesige Kampfroboter in der Postapokalypse!
Während einer Kamerafahrt über einen verschneiten Roboter-Friedhof, eine Trauermarschmelodie läuft im Hintergrund, verkündet uns eine Stimme aus dem Off, dass 50 Jahre seit dem nuklearen Holocaust vergangen sind und dass Kriege zwischen den beiden großen Allianzen durch Zweikämpfe riesiger Kampfroboter abgelöst wurden - „R-R-R“! Ein verwundeter Roboterpilot/Robojocky klettert aus seinem Roboter und fleht seinen Widersacher, den berühmt-berüchtigten Alexander (einen Russen von der Konföderation) um Gnade an. Bis hierher haben die SFX noch Qualität, und erinnern an den Angriff des Imperiums aus „Star Wars - Episode V“. Doch Alexander, obwohl seines Sieges sicher, gewährt keine Gnade, sondern zertrampelt in einem wahrhaft lausigen SFX seinen Gegner.
Als nächstes soll laut Alexander, Achilles, der Star der westlichen Allianz dran glauben...und Achilles, der arme Kerl, hat es nicht nur mit fiesen Russen zu tun, da wären noch:
- die Postapokalypse (klar erkennbar an Atemschutzmasken)
- Achilles texanischer Trainer Tex (fett und mit Cowboyhut), der sich als Spion entpuppt
- Gen-Jockys, die Achilles & Co ersetzen sollen
- schlechte Stop-Motion-SFX
- und natürlich der schlechteste/beste/bekloppteste Showdown der Filmgeschichte (mit Ausnahme von Turk Wars)
In einem weiteren Kampf um die Rohstoffreserven Alaskas, stehen sich nun Achilles und Alexander gegenüber. Beide, wie wäre es anders möglich, tragen Raumanzüge mit etlichen Cinch-Kabeln (voll unauffälliges Design), die als „Human Interface“ zur Steuerung ihrer Kampfroboter dienen. Achilles ist siegessicher weil er natürlich, Trommelwirbel, eine Geheimwaffe hat: den grünen Laser!
Doch da hat er die Rechnung ohne den Spion gemacht. Seine Geheimwaffe ist nicht mehr geheim, also wird er von Alexander überrumpelt und stürzt in seinem Roboter (Matsumoto 14) zu Boden. Als er seinerseits Alexanders Roboter (Kobolevskij 42) zu Boden schickt, zündet dessen Geheimwaffe, eine raketenbetriebene, fliegende Roboterfaust (allseits bekannt aus „Roboter der Sterne“).
Schützend stellt Achilles seinen Roboter vor das Publikum, wird aber von der Wucht der einschlagenden Faust umgehauen, landet in der Tribüne und zerquetscht 300 Zuschauer. Was für ein grandioser Abgang für den Star, es sollte nämlich sein letzter Kampf werden.
Die Schiedsrichter erklären den Kampf zwar für unentschieden und setzen einen Nachholtermin fest, aber Achilles steigt wegen Schuldgefühlen aus. Als Ersatz wird Athena, eine genetisch veränderte Robojockerin, ausgewählt. Dumm nur, dass Achilles sich in genau diese Athena verliebt hat. Klar, bei der Hinteransicht:
Da bleibt Achilles nichts anderes übrig, als sein Comeback zu verkünden und Athena abzulösen. Die hat aber gar nicht vor abgelöst zu werden, betäubt Achilles, klaut seinen Robot und tritt gegen Alexander an. Natürlich wird sie von Alexander umgehauen und jetzt kommt Etwas ganz spezielles!
Um es mit Captain Heros Worten zu sagen: „...wir stammen aus verschiedenen Welten, ich vom Planeten Nebulon und du von einer Mutter, die während der Schwangerschaft getrunken hat...“.
In etwa so, passt das, was jetzt kommt, mit dem durchaus ernsten, ersten Teil des Films zusammen, der Showdown!
Alexanders Robot hat nämlich nicht nur „fliegende Fäuste“ zu bieten, sondern auch eine Armdresche, mit der er auf Athena im „Matsumoto 14“ los drischt, im Sekundentakt (das sieht so schlecht aus, dass man es nicht beschreiben kann).
Kommt noch miserable Schauspielleistung hinzu. Die Professorin, die Athena erschaffen hat heult plötzlich los: „He is killing her! He is killing her! Oh please! Stop the man! Stop the mad man!“. Bei mir hat ihr Heulkrampf allerdings einen Lachkrampf ausgelöst.
Das Schiedsgericht stoppt den Kampf, doch Alexander ist so ausser Rand und Band, dass er den Richtertraulie zertritt und weiter kämpfen möchte. Also zieht Achilles Athena aus dem Roboter, kriegt von ihr (sie ist zwar schwer verletzt) noch ´nen Schmatzer verpasst und schon gehts weiter!
Wer Riesenroboter hat, der hat auch fliegende Riesenroboter, erste Manga-Regel.
Jetzt gehts nämlich ab ins All, wo noch ein paar nette Flugeinlagen präsentiert werden. Alexander feuert ´ne Rakete ab, die lautlos explodiert (der Glaubwürdigkeit halber, wir sind schliesslich im Vakuum)! Die Rakete zerfetzt den Fuss des „Matsumoto 14“, der notgedrungen landen muss und rein zufällig dort, wo er gestartet ist. Aber wer denkt, das es vorbei ist, der irrt! Der Matsumoto, kann zwar nicht mehr laufen, aber immer noch fahren - auf seinem Arsch (falls Roboter einen Arsch haben), denn dort sind Raupenketten angebracht! Seht selbst:
Nun fährt Achilles durch die Gegend und will Alexander fertig machen. Doch dieser hat noch ne Geheimwaffe im Peto, eine Riesen-Kettensäge, die im Schritt seines Robots versteckt war, und einer Erektion gleich ausgefahren wird (Lachkrampf), mit der er Achilles Cockpit zersägt (da bekommt das Wort „Cockpit“ auch eine ganz andere Bedeutung!):
Achilles kletter aus seinem kaputten Robot und ist nun Alexanders Trampelattacken schutzlos ausgeliefert, aber Achilles ist der Held und findet natürlich einen Ausweg. Der abgetrennte Arm des Kobolevskij liegt noch in der Gegend herum, also klettert Achilles rein, schliesst ein paar Kabel kurz, schiesst die raketenbetriebene Robofaust ab und bringt damit Alexanders Robot zur Explosion, Waahuu! Aber Alexander ist auch nicht ohne, der hat nämlich überlebt und geht nun mit einer Eisenstange bewaffnet auf Achilles los. Die Beiden kloppen sich und auf einmal vertragen die sich wieder und der Film ist zu Ende! Total unpassend!!! Holzhammer-Happy- End!!! Mit Moralkeule!!!
Wenn man jetzt noch weiß, dass der Film hier 10 Millionen US-Dollar gekostet hat, aber James Camerons „Aliens“ nur vier und auch noch drei Jahre älter ist, dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Betrug handelt. Charles Bands Filmfirma „Empire-Pictures-Studios“ ist nämlich an „Robotjox“ gestorben und wenig später war Charlie mit „Full Moon Entertainmet“ wieder da. Wäre ja möglich, dass die 10 Millionen da hin geflossen sind, denn dieser Film sieht nicht nach 10 Millionen aus. Uns solls egal sein, denn es hat uns einen absolut unterhaltsamen Trashfilm beschert.
Fazit:
Mit einem Gastauftritt von Jeffrey Combs („Re-Animator“), mit Cary Graham in der Hauptrolle und DEM Finale kann man nur 5 Köppe vergeben.
...aber haben nicht sowieso alle Filme, die Riesenroboter zum Thema haben, pauschal 5 Köppe verdient? Das glaube ich nicht, Tim! ;-)
Ich freue mich schon auf „Transformers“!
Athenas Hinteransicht: 30%
Riesenkampfroboter: 30%
Zerstören und Verbrennen (das Finale): 30%
Auf Polnisch fluchende Russen (Kurva): 10%
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