„Du musst ihn tiefer reinstecken! Ich flehe dich an!“
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„Großes Yakuza Horror-Kino“ lautet in etwa die Übersetzung des Originaltitels von „Gozu“, den uns Takeshi Miike 2003 bescherte. Treffender geht eine Filmbeschreibung eigentlich kaum, aber man hätte noch das Wort Gaga beifügen können, also zum Beispiel so: „Gaga Yakuza Horror-Kino“. Aber richtig Gaga...
In der japanischen suburbanen Pampa entwickelt ein Yakuza-Boss paranoide Wahnvorstellungen von der Präsenz überall lauernder Feinde, zuforderst eines YAKUZA-ANGRIFFSHUNDES (!!!), was unter anderen im Tod des kleinen putzigen Angriffshundes - aber auch einiger andere Lebewesen - endet. Der kleine Kläffer wird gegen eine Schaufensterscheibe gedroschen. Schon praktisch, solche Mafia-Schläger, die auf jedes Kommando hören. Und genau einer dieser Mafia-Schläger wird vom paranoiden Oyabun damit beauftragt, seinen Yakuza-Bruder zu ermorden, da dieser angeblich den Umsturz in der kriminellen Hierarchie plant. Den Protagonisten plagen bereits Skrupel, als das potentielle Mordopfer bereits vorplanmäßig das zeitliche segnet - nach einem Gespräch über Geschlechtsteile.
Und jetzt geht es los.
Die Leiche verschwindet. Herbergsmutter praktiziert mit ihrem Mann heidnische Rituale. Suche nach der Leiche führt in abgelegene Ecken der japanischen Vorstädte. Muttermilch wird gezapft. Peitschen. Psychosen. Visionen. Kuh-Götter. Hübsche Frau. Anale Liebesspiele mit Kochgeräten enden tödlich. Körperliche Wiedergeburt des Mordopfers als Bruder des gescheiterten Mörders. Schonungslos, verstörend. Wie eine besudelte Betonplatte, auf der jemand ein wahnwitziges Märchen in einem Fiebertraum niederschrieb - direkt in your face.
Filmemacher Miike schafft hier einen schwer zu stilisierenden und schwer vergleichbaren Streifen, welcher hinter der kalten Asphaltwelt der Industriegesellschaft eine perverse, dunkle Spiritualität aufdeckt. Wenn man den Film denn ernst nehmen möchte. Das will aber wirklich keiner ausser dem VideoRaiders-Team, die ein Herz für Querköpfe haben.
Fatality:
„Gozu“ ist skurill, drastisch und sicher irgendwie tiefenpsychologisch anspruchsvoll. Wer nicht auf T. Miike oder ähnliche Kaliber abfährt, guckt lieber Privatfernsehen und bekommt das Gesicht abgerissen. Weggetreten zur Munddusche, nächste Station Neo-Tokio.
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