Kris Kristofferson, Kelly Proctor, Keram Malicki-Sánchez, Jason Wild, Graham Beckel, Richard Blackburn, Pete Boughn, Lara Flynn Boyle, Richard Bradford, Ivan Dixon, Mariel Hemingway, Wendy Hughes
FSK 16
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Juni 1987
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„Damn, I’m so tired of this I’m-an-American-bull! Where was all that patriotism when it counted? Where was that willingness to sacrifice? Nobody wanted to join the damn army to defend the country unless they got paid well! Nobody wanted to give any time to public service unless they could make a career out of it! And I didn’t notice a lot of us giving up our lives in the last 10 years!“
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RED ALERT! Die Sowjets verwandeln die USA in Brandenburg...
Die fiesen Russen-Kommis haben die Schnauze voll vom Westen und besetzen Nord-Amerika! Die Vereinigten Staaten of America gibt’s nicht mehr. Dafür fünf „autonome“ Zonen, die von sowjetischen Generälen mit harter Knute geführt werden. Eine dieser Zonen heißt Heartland und soll demnächst in die „Unabhängigkeit“ (nach sozialistischen Maßstäben...) geführt werden. Dafür setzt sich der amerikanische Politiker Bradford ein, doch das bedeutet, dass damit die U.S. of A. nicht nur de jure, sondern auch de facto nicht mehr existieren. Damit ist die gepeinigte Bevölkerung nicht einverstanden und probt den Aufstand, inspiriert vom ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Devin Milford, der nach 10 Jahren Gulag nach Heartland zurückkehrt und mit der mitreißensten Kampfrede aller Zeiten (Zitat: „AMERICA! AMERICA! AMERICA!“) eine zweite Revolution einläuten will...und um das zu erzählen benötigten die Filmemacher 870 Minuten...
1987 inszeniert ABC diesen Miniserie, welche bereits im Vorfeld für heftigste Kontroversen sorgte. Sogar der sowjetische Botschafter schaltete sich ein und drohte mit der Ausweisung des gesamten Personals des ABC-Studios in Moskau. ABC ließ nicht von seiner Serie ab und strahlte diese, angekurbelt durch eine riesige Werbemaschine, aus. Das Ergebnis war letztlich recht verhalten. Bereits nach den ersten 2 Folgen brach die Einschaltquote ein. Ein Misserfolg war die Serie zwar nicht, konnte aber bei weitem nicht an andere Fernsehfilme, wie etwa HBOs „The Day After“ mithalten, welcher rund 100 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher band (der allerdings keine Mini-Serie, sondern lediglich ein abendfüllender Film war). Jetzt muss man aber zur Verteidigung von „Amerika“ sagen, dass die Mini-Serie insgesamt 870 Minuten umfasst und in 5 Teilen zu je 2 Stunden veröffentlicht wurde. Weniger wäre wahrlich mehr gewesen. Eine ähnliche Vorgehensweise wählte man auch für den deutschen Videomarkt, wo man „Amerika“ aufgeteilt auf sechs (!) Kassetten für den Verleih herausbrachte. In den USA wurde die Serie nur in den 80ern ausgestrahlt und erschien 1995 in einem limitierten Release für den Videomarkt. In Deutschland blieb es bei der Verleihfassung, die gelegentlich für 1 Euro bei Ebay auftaucht.
Wie bereits erwähnt besitzt „Amerika“ eine wahrlich epochale Länge ohne dabei aber ein Epos zu sein. Der Film verstrickt sich (leider) in zuviele Kleinigkeiten und Nebenhandlungen und nimmt sich zuviel Zeit, um die Charaktere einzuführen. Von der Grundstimmung her, kann der Film überzeugen und ist auch bemüht eine mögliche sowjetische Besatzung der Vereinigten Staaten realistisch umzusetzen, greift aber ab und an zu tief in die Klischee-Kiste. Spätestens beim Thema Patriotismus wird’s teilweise arg kitschig (wobei man aber auch sagen muss, dass die Amerikaner hier bei weitem nicht als Bravehearts dargestellt werden). Dennoch überrascht er an einigen Stellen und bietet uns unteranderem nicht das zu erwartende Happy-End, genausowenig, wie den zu erwartenden Klischee-Russen mit bösem Blick. Er taucht zwar auf, in der Regel in Form eines namenlosen Fußsoldaten, dennoch werden auch die menschlichen Züge der „bösen“ Gegenseite aufgezeigt. In erster Linie liegt dies am hervorragenden Cast des Films. So finden sich in dem Film Schauspieler-Größen wie Armin Müller-Stahl und Sam Neill wieder, die es schaffen charismatische Antagonisten und glücklicherweise keine Stereotypen darzustellen.
Von der technischen Warte aus betrachtet kann der Film ebenfalls überzeugen. Hier wurde geklotzt und nicht gekleckert, auch wenn das Setting etwas eintönigt wirkt und man bevorzugt auf den Land und alten Industrieanlagen drehte. Besonders hervorzuheben ist der grandiose Score von Basil Poledouris (den es leider NIRGENDS in irgendeiner Form zu erwerben gibt).
Fatality:
„Amerika“ ist eine interessante, aber keine mitreißende Produktion, die vor allem an ihrer Länge krankt. Ein je 2-stündiger Zweiteiler hätte vollkommen ausgereicht, so müssen wir nun durch 870 Minuten wandern, die zwar nicht zwingend langweilen, aber eben in diesem Ausmaße auch einfach nicht hätten sein müssen. Ich vergebe für diese düstere Zukunftsvision 3 Köppe und empfehle das Werk an alle Komplettisten von dystopischen Zukunftsvisionen der 80er...
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