Margaret Sheridan, Kenneth Tobey, Robert Cornthwaite, Douglas Spencer, James R. Young, Dewey Martin, Robert Nichols, William Self, Eduard Franz, Sally Creighton, James Arness, Robert Bray
FSK 12
26.10.1951
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08.02.2005
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12.05.1973 (ARD)
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„Verriegeln sie die Tür! Nehmen sie im Notfall die Feueraxt! Schießen ist nutzlos.“
- „Seit wann denn?“
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Folgendes Review wurde bereits am 13.02.2008 veröffentlicht, nun aber überarbeitet. Auf Wunsch der Leser erscheinen die überarbeiteten Reviews kurzzeitig unter den Neuen.
Arktische Temperaturen und außerirdische Agressoren - dazwischen: ein Häufchen Menschlein, auf sich allein gestellt.
Im tiefen arktischen Eis stürzt ein extraterrestrisches Fluggerät ab. Die einzigen Zeugen: eine Gruppe US-amerikanischer Polar-Forscher, die den Auftrag erhalten, den Vorfall auf den Grund zu gehen. Aus einer riesigen Konstruktion - bestehend aus einem Material, welches nicht von der Erde stammen kann - stemmen sie einen schweren Eisblock hervor, indem sich ein Lebewesen zu befinden scheint. Dieses Lebewesen muss natürlich im Tiefkühlformat tot sein. Steifgefroren bis auf die Knochen.
Doch Pustekuchen - das Ding, was sich im Eisblock befindet, ist nicht erfroren, sondern befand sich nur in einem Tiefschlaf - und auf unsere Polarforscher scheint es nicht gut zu sprechen zu sein. Nachdem es zuerst das Inventar der Forschungsstation auseinander nimmt, flieht es ins weiße Nichts. Die Forscher sind ratlos - während die Militaristen darauf harren, es auszuschalten, wollen die Wissenschaftler es näher untersuchen und sind davon überzeugt, dass das Ding nur verwirrt sei und keine böse Absicht verfolgt.
Dr. Stern:„Captain, wenn sie ihn wirklich finden sollen - bedenken sie - er ist ein Fremder in einer fremden Welt! Wir haben ihm nichts vorzuwerfen, nicht das Geringste! Er wachte in einem Eisblock auf, wurde von Hunden angefallen und jemand schoß auf ihn! Ich muss versuchen mich mit diesem Wesen zu verständigen!“
Doch die Wissenschaftler haben sich geirrt. Mag sein, dass das Ding vielleicht prinzipiell friedlich sei, doch sein Grundnahrungsmittel ist Blut - Menschenblut! Und dieses liefern ihm natürlich die Forscher. Sie entscheiden sich einen perfiden Plan auszuhecken: sie wollen das Ding in einen langen Korridor locken, damit er dort in eine mit Starkstorm ausgestattete Falle tappt, denn das Ding scheint gegen alle modernen Waffen immun zu sein...
Captain Hendry:„Verriegeln sie die Tür! Nehmen sie im Notfall die Feueraxt! Schießen ist nutzlos.“ Funker:„Seit wann denn?“
Doch unter den Reihen der Forscher befinden sich auch noch Wissenschaftler, die das Ding um jeden Preis lebend fangen wollen. Und auch vor Sabotage nicht zurückschrecken...
Dr. Stern:„Zwei Tote sind schon zu beklagen, ein Kollege ist verletzt und es werden vielleicht noch weitere Opfer folgen - denn dieses Wesen ist mächtiger und intelligenter als wir! Es betrachtet uns bloß als ein notwendiges Nahrungsmittel. Es hat dieselbe Einstellung zu uns, wie wir Menschen zu einem Kornfeld. Das müssen wir bedenken. Nur die Wissenschaft kann es besiegen, andere Waffen sind hier machtlos!“
Als 1951 Howards Hawks Verfilmung der Kurzgeschichte „Who goes there?“ von John W. Campbell Jr. in die amerikanischen Kinos kam, überrollte es den Markt wie kaum ein anderer SciFi-Horror zuvor. Das Publikum war begeistert und schockiert zugleich, die Kritiker überschlugen sich und wählten den Film gar zu den zehn besten Filmen des Jahres. Es dauerte gerade mal ein halbes Jahr bis der Film am 26.10.1951 auch in den west-deutschen Kinos startete - für die damaligen Verhältnisse ein unglaublich kurzer Zeitraum. Auch hierzulande konnte er begeistern - aber natürlich nur im Rahmen eines phantastischen Nischenfilms. Während er in den USA als massantauglicher Schocker in Höschtqualität angepriesen wurde, konnte er sich in Deutschland einen Kultstatus über die Jahre erarbeiten und letztlich als Klassiker des SciFi-Films in die Annalen eingehen. „Das Ding aus einer anderen Welt“ war aber nicht nur bei deutschen Genrefans und der amerikanischen Masse populär - unzählige Filmemacher inspirierte er selber zur Kamera zu greifen und eine eigene Laufbahn im Filmbusiness einzuschlagen. Bekanntestes Beispiel dürfte Horror-Altmeister John Carpenter sein, der 1982 sein eigenes Remake ablieferte. Doch im Gegensatz zu Carpenters (mittlerweile legendärer) Vision, floppte Hawks’ Verfilmung nicht. Der Grund hierfür ist recht simpel - Hawks verstand es wie kaum ein anderes Filmemacher den Geschmack des Massenpublikums zu treffen und einen Hit zu produzieren. Als Sohn eines Fabrikanten brachte man ihm wohl schon sehr früh bei, Waren und Produkte richtig anzupreisen und zu verkaufen...
Aber natürlich musste das Werk auch inhaltlich überzeugen - und auch hierbei folgte Hawks immer seinem Gespür. Im Gegensatz zu Carpenter nahm er sich unzählige Freiheiten und nutze nur das Grundgerüst der Kurzgeschichte, die Ausgangssituation, um seinen Film zu erzählen. Genaugenommen ist Carpenters Remake die weitaus werkgetreuere Umsetzung und eben keine Neuverfilmung. Hawks lässt viele Aspekte von Campbells Werk unter den Tisch fallen. Das Alien ist weder ein Formenwandler, noch wird der Arktistrupp deswegen in einem paranoiden Wahn verfallen. Die Linien sind hier überraschenderweiser sehr klar gezogen - und das trotz der damaligen gesellschaftlichen Red Scare, die auch ihre tiefen Fußspuren in SciFi-Filmen der 50er hinterließen (als bestes Beispiel sei „Die Körperfresser kommen“ genannt). Es gibt die Guten und das Böse - und selbst hier greift Hawks auf bewährte Muster zurück, indem er das Ding ein frankensteinisches Design verpasst. In der Original-Novelle ist es ein undefinierbares Monstrum, hier nun ein humanoider Riese. Experimente wagte man nicht.
Das gilt natürlich auch für die Rollenverteilung. Die Charaktere sind klar gezeichnet und richten sich nach dem damaligen typischen Rollen-Klischees, was heutzutage schon zum Schmunzeln anregt. In der Hauptrolle darf sich Kenneth Tobey verdingen, der den klassischen All-American-Hero mimt, den Anführer - militärisch, charmant, smart, gutaussehend, draufgängerisch - und sehr maskulin. Das gilt natürlich auch für den Rest des Cast. Als ein Forscher vollkommen verängstigt von seiner ersten Begegnung mit dem Ding berichtet, schüttet ihn ein Kollege einfach ein Glas Wasser ins Gesicht - ohne ihn vorzuwarnen, ohne sich dafür zu entschuldigen, ohne weitere Anmerkung. Es ist ein plumpes Zeichen - frei nach dem Motto: zusammenreißen, nicht rumheulen. Im Trailer ist diese Szene in den ersten 20 Sekunden komplett zu sehen. Es ist die Can-Do-Generation, die hier das Sagen hat. Und für die gibt es keine Probleme, sondern nur Lösungen.
Ähnliches gilt natürlich auch für die recht eingezwungene Liebesgeschichte zwischen Captain Hendry und Nikki Nicholson. Die Frau wird hier auf das Nötigste reduziert. Sie ist ein hübsches Beiwerk, um das sich der Zuschauer als auch der Cast sorgen sollen. Der Hauptdarsteller darf etwas mit ihr flirten und ein paar charmante Floskeln von sich geben. Einen weiteren Zweck erfüllt diese Beziehung aber nicht. Und so ist im Grunde der gesamte Film anzusehen: er ist natürlich sehr oberflächlich, tiefgehende Charakterisierungen sind nicht zu erwarten. Dafür aber überraschend präzise und unterhaltsam. Er besitzt seinen eigenen Charme, der mit dem stetigen Alter immer weiter wächst. Dazu trägt auch die deutsche Synchronisation bei, die teils reißerisch, teils selbstironisch das Geschehene beschreibt. Durch die Tatsache, dass der Film nun auch bereits 60 Jahre auf dem Buckel hat, hört man auch einige Redewendungen und Ausdrücke, die bereits seit langer Zeit nicht mehr zum alltäglichen Sprachschatz gehören. Für deutsche Zuschauer ein zusätzliches Highlight.
Fatality:
„Das Ding aus einer anderen Welt“ hat sich seinen Kult-Klassiker-Status absolut zurecht verdient. Es ist ein - zugegebenermaßen teilweise recht holpriger aber gerade deswegen charmanter - SciFi-Film, der uns eindringlich vor allen außerirdischen Lebensformen warnt. Nehmt ihn ernst - und „achtet auf den Himmel!“
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