Michael Stahl-David, Mike Vogel, Lizzy Caplan, Jessica Lucas, Odette Yustman, T.J. Miller, Kelvin Yu, Liza Lapira, Lili Mirojnick, Ben Feldman, Elena Caruso
FSK 12
31.01.2008
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22.08.2008
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„Was für´n Tier ist denn so groß?“
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1998 saß ich als pummeliger Teen (mit Metalshirt und langen Haaren - MITTELSCHEITEL!) im Kino. Es kroch über die Leinwand: „Godzilla“. Nicht die japanoide, sondern die amerikanoide Variante. Rolands Emmerichs Version, um genau zu sein. Entgegen aller Unkenrufe mochte ich den Film, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich recht unbelastet ins Kino ging und mich Godzilla und Konsorten nie sonderlich begeistern konnten - auch nicht als Kind (ja, ja...ich weiß...ich bin ein Ketzer - bereitet den Scheiterhaufen vor). Und in Rolands Version gibt es eine kurze Szene, in der Hank Azaria als Kameramann Godzilla in schwammigen Bildern einfängt und fast von dessen 10 Meter großen Flossen zertrampelt wird...
Als ich dies sah, sagte mein (damals) bester Kumpel zu mir, das es doch ziemlich cool wäre, so einen Film nur aus einer solchen Einstellung zu filmen. Ein Kameramann filmt die Ereignisse aus seiner Sicht. Das wäre, seiner Meinung nach (und ich stimme damit überein), ein innovatives Remake geworden. Nun, 10 Jahre später ist dies quasi eingetreten. Mein Freund hätte seine Idee wohl mal lieber niederschreiben und Richtung Hollywood schicken sollen...
Ob seine Idee allerdings auf dem hohen Niveau, welches uns der Regisseur Matt Reeves hier präsentiert, gewesen wäre, wage ich sehr zu bezweifeln. Denn anstelle eines simplen Monster-Actioners, welchen uns Emmerich präsentierte, bietet uns Reeves eine knallharte Tour de Force, den wohl intensivsten Monster-Film seit Jahren, der versucht nur wenige Kompromisse an das bestehende Hollywood-Kino zu machen und den Zuschauer genauso wie seine Hauptdarsteller keine Pause gönnt. Die übersichtliche Filmlänge von 70 Minuten (ohne Abspann), die von vielen Filmfans im Vorfeld bemängelt wurde, tut dem Film hierbei sichtlich gut...
5 New Yorker Freunde feiern den Abschied ihrers besten Freundes. Ihre Feier wird jäh unterbrochen, als die Erde regelrecht anfängt zu zittern. Im Fernsehen wird von einem Erdbeben gesprochen. Als dann noch der Strom für kurze Zeit ausfällt und in sichtbarer Entfernung eine riesige Explosion den Nachthimmel erhellt, rennen sie panisch auf die Straße, wo sich bereits halb New York versammelt hat. Niemand weiß was genau vor sich geht. Erinnerungen an den elften September werden zwangsläufig wach, doch wie sich sehr schnell heraus stellen wird, ist die Lage weitaus schlimmer. Ein undefinierbares, riesiges Etwas bannt sich seinen Weg durch die Hochhäuserschluchten New Yorks...
Vom Prinzip her, war dies die bereits die Handlung. Die ersten 15 Minuten, danach beschränkt sich die Storyline auf folgendes...
Ähnlich dem „Blair Witch Project“ folgend ist der gesamte Streifen nur mit einer Kamera gefilmt, die vom einem der Hauptdarsteller mitgeführt wird. Den Vergleich zu „Blair Witch Project“ muss sich der Film natürlich stellen, aber diesen kann er ohne Frage standhalten. In einem Review zu einem „Blair Witch Project“-Abklatsch namens „The Francisville Project“ meinte VR.net einst, dass der größte Erfolg von „Blair Witch“ seine visuelle Einzigartikeit gewesen sei, die man schlichtweg nicht kopieren könnte. Dies muss ich jetzt wohl widerrufen, denn „Cloverfield“ schafft dies spielend und hebt es auf ein ganz neues Level...wenn man sich darauf einlässt. Wer bereits von der, nennen wir es mal, wackeligen Handkamera von „Blair Witch“ genervt war, wird sicherlich mit „Cloverfield“ nicht viel anfangen können, denn dieses wird hier auf die Spitze getrieben und stellenweise kann man den Geschehenissen im Film nicht mehr folgen. Was aber natürlich gewollt ist, da man sich genauso hilflos füllen soll, wie die Darsteller. Vielleicht mag sich der ein oder andere noch an die LIVE-Berichterstattung vom 11.September erinnern, als man fassungslos vor dem Fernsehbildschirm saß und versuchte über die wenigen wackeligen Bilder herauszufinden, was in New York vorsichgeht. „Cloverfield“ folgt nicht nur diesem Schema, sondern zieht es auch konsequent durch, inhaltlich als auch visuell. Sicherlich hätte man mit ein oder zwei Storyänderungen, in denen man einfach behauptet hätte, dass der Darsteller, der die Kamera mit sich führt, einfach hauptberuflich Kameramann ist, „besseres“ Material produzieren können, aber „Cloverfield“ geht hier gewollt andere Wege. Es geht nicht darum die spektakulärsten Bilder einzufangen, sondern die realistischten. Denn damit beginnt der eigentliche Horror und glaubt mir, wenn das Monster in Erscheinung tritt (völlig egal, ob man es nun sehen kann oder nicht), dann bricht wahrhaftig die Hölle los.
Der Zuschauer erhält also nicht mehr Informationen als die Protagonisten selber und hier liegt die größte Stärke des Films. Woher das Monster kommt erfährt man nicht, was es überhaupt ist ebenso wenig (lediglich am Ende gibt es einen kleinen aber leicht übersehbaren Hinweis, der meiner Meinung nach vollkommen unnötig ist). Nur vereinzelt erhält man kleine Informationen von umherrennenden Soldaten oder aus Radio und Fernsehprogrammen. Diese sind aber so spärlich und vage gesäht, dass sie einen Raum für eigene Interpretationen offen lassen. Während man in anderen Monsterfilmen quasi eine lupenreine Optik und geradlinige Handlung serviert bekommt und man als Zuschauer über die absurdesten Erklärungen und Handlungsstränge stolpern muss, ist „Cloverfield“ ohne Frage überraschender, erbarmungsloser, härter, realistischer (in den Grenzen des Grenzen) und vorallem unvorhersehbarer.
Natürlich hat der Film nicht nur durchweg Postives zu bieten. Es gibt die ein oder andere Szene, die man sich hätte sparen können. Es scheint als ob der Regisseur zuviele Elemente des fantastischen Kinos einbauen wollte. Anstatt des einen großen Monsters, welches durch New York trampelt, begegnen uns auch noch kleinere Ableger (quasi Achanoiden-A-Klasse), sowie ein Virus (...?), der anscheinend von den Monstern übertragen wird. Ein oder zwei unnötige „Action“-Sequenzen, die den Film etwas das realistische Feeling rauben kommen auch noch hinzu, was schade ist, da der Film dies nicht wirklich nötig gehabt hätte. Letztlich schmälert dies aber das Kinoerlebnis in keinster Weise.
Fatality:
„Cloverfield“ ist, was er ist. Er bedarf nicht mehr Erklärungen oder Interpretationen und schon gar keiner Fortsetzungen oder Tie-Ins, in denen die Story vertieft oder aus anderen Blickwinkeln erklärt und erzählt wird. „Cloverfields“ Stärke rührt aus seiner konsequenten realistischen Darstellung und der Unwissenheit der Darsteller, die, die Zuschauer teilen.
Wer sich auf den Film wirklich einlässt, wird definitiv hervorragend unterhalten und darf sich auf einen der besten fantastischen Filme und wohl auf DEN ultimativen audio-visuellen Höllentrip der letzten Jahre freuen.
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