Jeff Goldblum, Geena Davis, John Getz, Joy Boushel, Leslie Carlson, George Chuvallo, Michael Copeman, David Cronenberg, Carol Lazare, Shawn Hewitt
FSK 18
18.01.1987
Februar 1988
21.06.2001
30.05.2008
?
19.04.1991 (Pro 7)
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„Du musst gehen. Und darfst nie wieder herkommen. Hast du jemals von Insektenmitgefühl gehört? Ich auch nicht. Insekten haben kein Mitgefühl. Sie sind überaus brutal. Kein Mitleid. Kein Kompromiss.“
Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.
In den 80er Jahre machte Mel Brooks („Spaceballs“) nicht nur mehr durch sein komödiantisches Schaffen auf sich aufmerksam, sondern auch durch seine Tätigkeit als Produzent und so bescherte er uns u.a. den SciFi-Kult-Trash „Solarfighters“ als auch ein Remake zu einem Horrorklassiker, das, wie sein Original, Filmgeschichte schreiben würde...
Seth Brundle, Wissenschafts-Genie und Fabrikhallen-Besitzer, arbeitet gerade an einer neuen Errungenschaft, die das Transportwesen revolutionieren und die Deutsche Post in die Pleite treiben wird: TELEPORTATION, BABY! Brundle hat es geschafft tote Materie von einer Telebox in die Andere zu transportieren. Natürlich ist dies erst der Anfang. Als moderner Mad Scientist will er mehr erzielen: er will lebende Materie, MENSCHEN, teleportieren, doch der Teleportations-Computer schafft es nicht die DNA-Bausteine so wieder zusammenzusetzen, wie sie zusammengehören. Erst als Veronika, eine junge Journalistin, in sein Leben tritt und ihn anbietet seine Arbeit zu dokumentieren, ist er inspiriert sein Werk zu vollenden. Veronika, Quasi-Muse und jetzige Liebschaft, warnt Brundle eindringlich den Schritt zu menschlichen Teleportationen zu wagen, doch in einer Minute der Selbstüberschätzung wagt Brundle das Experiment. Er steigt in die Telebox und teleportiert sich selber...
Anfänglich bemerkt Seth keinen Unterschied und ist begeistert von seiner Erfindung, doch schon bald stellt er erste Veränderungen fest: seine Ausdauer und Kraft hat immens zugenommen. Auf einmal ist er in der Lage die tollkühnsten, artistischen Künste zu vollführen. Der Salto Mortale ist fortan ein Klacks. Seth führt dies darauf zurück, das der Teleporter seine Moleküle in einer verbesserten Version wieder zusammengesetzt hat. Das alte Schwache wäre hierbei neu konfiguriert wurden, doch schon sehr bald verändert sein Körper sich rapide. Auf seinem Rücken wachsen kleine, schwarze Haare (nichts Ungewöhnliches bei Männern...ich weiß wo von ich spreche...), seine Haut fängt an aufzureißen und seine Fingernägel fallen aus. Nach etwas Recherche muss er mit Schrecken feststellen, dass er sich nicht alleine teleportiert hat. Mit in seiner Telebox befand sich eine kleine Fliege, deren Gene sich nun in einer krebsartigen Metamorphose mit seinen vereinen...
David Cronenberg schaffte etwas, was nur ganz wenige Regisseure schaffen: ein Remake, welches die Genialität des Originals nicht nur einfängt, sogar noch übertrifft und erfolgreich in die Gegenwart (respektive 1986) überträgt. Auch nach mehr als 20-jähriger Existenz hat „Die Fliege“ nichts von seinem Horror verloren. Sicherlich mögen sich die Sehgewohnheiten im Bereich der SFX geändert haben und so wird der Otto-Normalzuschauer von heute eventuell bei dem ein oder anderen animatronischen oder Masken-Effekt die Stirn runzeln, aber wenn man dieses altersbedingt akzeptiert, so wird einem eine wahrhafte Tour de Force geboten, die dem Zuschauer keine Ruhe lässt. Seth Brundles Metamorphose in eine Mensch/Fliegen-Mutation gehört auch noch im Jahre 2007 wohl zu den ekelerregendsten, aber auch besten Special Effects des Horrorgenres, die zurecht mit einem Oscar belohnt wurden. Leider galt dies nicht für Jeff Goldblum, dessen Darstellung von der Academy zu Unrecht ignoriert wurde und hier (meines Erachtens) eine seiner besten Leistungen seiner Karriere abliefert.
Ebenfalls Howard Shores genialer Score muss hier natürlich Erwähnung finden, der leider in Deutschland recht schwer zu beschaffen, aber dafür in einer mittelmäßigen Qualität bei gängigen Videoportalen zu finden ist (also, für all die Perversen, die kein Problem damit haben Filmmusik in 66 kbps/32 Hz zu hören). Shores Musik ist ohne Frage eine der besten seiner Karriere (und der Mann hat u.a. die Filmmusik zum "Herrn der Ringe" geschrieben) und untermalt den Horror und die Dramatik des Film perfekt.
Wer Cronenbergs „Die Fliege“ also nicht kennen sollte, was in bestimmten Kreisen als Blasphemie angesehen werden kann, dem ist die deutsche Century³-Edition von Fox zu empfehlen, die im August 2007 erschien und die sagenumwobene „Cat/Baboon“-Szene beinhaltet. Hier sieht man wie Brundle im fortgeschrittenen Stadium der Metamorphose (und schon dezent dem Wahnsinn verfallen) versucht, die Gene seiner Katze mit den Genen eines Pavians zu kreuzen. Das Ergebnis ist eine Katzen/Pavian-Mutation mit zwei Köpfen, die Brundle angreift, woraufhin er es aus Hass (oder vielleicht auch übriggebliebenen Mitleid) zu Tode schlägt. Anschließend sieht man noch wie Brundle von seinem Fabrikhallendach stürzt und sich ein kleines, verkümmertes Fliegenbein, welches ihn aus seinem Rippen wächst, herausbeißt. Beide Szenen waren im ursprünglichen Film enthalten, wurden aber von Cronenberg gekürzt, da sie beim Testpublikum negativ durchfielen.
Fatality:
Cronenbergs Remake zu „Die Fliege“ ist zweifelsohne ein Horrorklassiker, dem alle Ehre gebührt und gehört zusammen mit John Carpenters „Das Ding“ wohl zu den besten Remakes aller Zeiten. Vielleicht mag man aufgrund der vielen im Review verwendeten Superlative stutzig werden, die volle Wertung (5 Köppe) verdient der Streifen allemal...und all diejenigen, die den Streifen tatsächlich noch nicht kennen, sollten diesen ganz weit nach oben auf ihrer „Must see“-Liste packen.
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