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El Topo

El Topo

The Gopher, The Mole

Halb Django, halb Teufel.

Mexiko, 1970

ca. 125 Min.

Alejandro Jodorowsky

Alejandro Jodorowsky

Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, Jose Legarreta, Alfonso Arau, José Luis Fernández, Alf Junco, Gerardo Cepeda, René Barrera, René Alis, Federico Gonzáles, Vincente Lara, Pablo Leder

 

 

FSK 18

28.02.1975

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„Der Maulwurf gräbt Gänge unter der Erde. Er sucht die Sonne. Manchmal kommt er an die Oberfläche. Aber die Sonne macht ihn blind.“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Was hat man zu erwarten wenn ein gestörter Pantomime versucht einen „heiligen“ Film zu drehen? „El Topo“ bietet die teilweise unschöne Antwort darauf, wenn man stark/krank genug ist, sich diesen Film reinzuziehen oder sogar mehrmals...


Im Wesentlichen geht es hier um einen Revolverhelden mit Superkräften. „El Topo“ ist sein Name, zu deutsch „Der Maulwurf“ ...und im zweiten „Testament“ diesen scheinheiligen Filmes gräbt er seinem Namen gerecht tatsächlich einen Tunnel ...doch am Anfang war der böse Topo! El Topo, kürzlich verwittwert, zieht mit seinem Sohn durch die Wüste als er in ein Dorf kommt in dem alle Bewohner von Banditen niedergemezelt wurden, was Topo gar nicht gut findet und grausame Rache an den Banditen übt, u.a. durch Kastration von deren Anführer, der daraufhin Selbstmord begeht. Topo befreit dabei Mara, eine Frau die es ihm angetan hat.


Auf ihren Wunsch hin verstößt er seinen Sohn und geht auf Ruhmes-Jagd. Topo fordert die vier großen Meister heraus, von denen jeder eine besondere Gabe hat, sei es nun Unverwundbarkeit oder absolute Treffsicherheit. Durch das Besiegen und Töten dieser Meister absorbiert er deren Gaben, doch mit jedem besiegten Meister zweifelt Topo mehr und mehr an der Richtigkeit seines Handelns. Nachdem der letzte Meister sich vor Topos Augen das Leben nimmt, verfällt er in eine Depression, woraufhin ihn seine Geliebte gemeinsam mit einem weiblichen, lesbischen Topo-Doppelgänger erschießt. Der sterbende Topo wird von Behinderten davongeschleppt.


Zwanzig Jahre später erwacht El Topo zu neuem Leben, in Karnevalsverkleidung in einer Höhle voller Behinderter und der einzige Ausgang der Höhle ist ein Loch an der Höhlendecke. Weil El Topo nun geläutert ist, schert er sich das Haar, schmeißt sich in eine Mönchskutte und zieht mit einer Kleinwüchsigen los um Geld zu sammeln, damit er einen Tunnel zur Höhle graben kann, um die Behinderten zu befreien. In der nahe gelegenen Stadt stößt er jedoch nur auf Ablehnung,...


...dort wird er zur Volksbelustigung gezwungen, Sex mit der Kleinwüchsigen zu haben. In der selben Stadt trifft er auf jemanden aus seiner Vergangenheit, seinen verstoßenen Sohn, der mittlerweile ein Mönch ist. Aus Wut über seinen Vater „desertiert“ Topo Jr. und fordert selbigen zum Duell heraus...

Hört sich prima an, ein Selbstfindungstrip mit Botschaft, brutal, schonungslos ...exzellent fotografiert und mit einem grandiosen Soundtrack. Jetzt kommt eben das „Aber“. Leider bediente sich Regisseur Alejandro Jodorowsky beim Erstellen der „Spezialeffekte“ exzessiv des Tiersnuffs. Auch wenn er in neueren Interviews sagt, das die zirka hundert Kaninchen, die er im Film verbrennt, schon tot (an Myxomatosis gestorben) oder die ausgeweideten Huftiere (mindestens acht) nur ausgestopfte Atrappen waren, täuscht es nicht darüber hinweg, dass für diesen Film etliche Tiere sterben mussten.


U.a. erschiesst Jodorowsky Vögel in Nahaufnahme und präsentiert eine Ziege, die er bei lebendigem Leibe gehäutet hat, um ihre Todesschreie als „musikalische Untermalung“ einiger Szenen zu benutzen. Jodorowsky tat dies jedoch keinesfalls aus Geldmangel, sondern um selbstredend die Wahrhaftigkeit seines Werkes zu unterstreichen!? Wieso knallt er dann bitteschön nicht gleich die Darsteller ab? Nun denn, hierzulande wäre er dafür so oder so wohl in den Knast gegangen. Damit hat er auf eine „perverse“ Art und Weise genau das erreicht, was er haben wollte, dass man den ersten Teil des Films hasst und den zweiten besser findet. Ich für meinen Teil hab' schon viel Schrott gesehen und finde Mettgut aus der Fleischerei in Ordnung, aber bei Tiersnuff in dem Maße stoße ich an meine Grenzen ...mag sein, dass Einige sowas als Kunst und Jodorowsky als Kultregisseur bezeichnen mögen, aus meiner Sicht ist er ein pervers gestörter Pantomimen-Tier-Ripper mit Größenwahn.


Fatality:
Hätte Jodorowsky auf „normalen“ Splatter gesetzt, wären angesichts der Story, der Optik und des Soundtracks durchaus 5 Köppe drin gewesen, jedoch kann ich „so“ höchstens 2 Köppe mit meinem Gewissen vereinbaren.

Stacheldraht-Boxen: 10%
Revolver-Lesben: 20%
Topo vs. Meister: 70%
Tiersnuff: -80%
 

 

 

 

Legende  

 

 

 

 

 

 

Hoshi, falls dir dieser Film gefallen hat, dann steig ein in unsere granatenstarke Telefonbox und schleuder dich zu anderen exzellenten Filmen rüber!

 

 

 

 

 

 

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