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Geister, die ich rief..., Die

Scrooged

-

Bill Murray geht wieder mal unter die Geister. Aber diesmal sind es drei gegen einen.

USA, 1988

ca. 97 Min.

Richard Donner

Mitch Glazer, Michael O’Donoghue

Bill Murray, Karen Allen, John Forsythe, John Glover, Bob Goldthwait, David Johansen, Carol Kane, Robert Mitchum, Nicholas Phillips, Michael J. Pollard, Alfre Woodard, Mabel King

 

 

FSK 12

08.12.1988

01.01.1989

07.12.2000

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„Geisteskranke haben die Werkstatt vom Nikolaus überfallen. Und nur Lee Majors kann sie aufhalten - in ’Die Nacht als das Rentier starb’!“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Saurer Regen! Drogensucht! Internationaler Terrorismus! Autobahn-Mörder! Jetzt ist es mehr denn je wichtig, sich der wahren Bedeutung von Weihnachten bewußt zu werden...


Wenn es nach IBCs Fernsehchef Frank Cross ginge, würden diese Worte begleitet von grausigen Nachrichten-Bildern das vom Sender groß-angelagte Weihnachtsspecial Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ einleiten. Jetzt fragt man sich was für ein Mensch soetwas zur besten Sendezeit im Fernsehen zeigen würde? Jemand der seinem Bruder ein Handtuch zu Weihnachten schenkt, einen Angestellten am Heiligabend feuert, Kinderzeichnungen seiner Sekretärin zerreißt, tödliche Herzinfarkte bei älteren Zuschauern in Kauf nimmt und für die Einschaltquote (sprichwörtlich) seine Seele verkauft. Frank Cross eben. Nein, Frank ist wahrlich kein guter Mensch, doch am 24.Dezember soll sich dies alles ändern...


Nichtsahnend bei der allabendlichen Selbstbeweihräucherung vor einsamer Kulisse tritt auf einmal mit einer lauten Explosion Franks alter Freund und Boss Lew Hayward in sein Büro. Da Frank ihn immer als sein größtes Vorbild ansah, könnte man denken, dass er sich über seinen Besuch freuen würde, doch die Sache hat einen Haken: Lew ist seit mehr als sieben Jahren tot. Wie Frank war er nicht nur ein knallharter Geschäftsmann, sondern auch ein rücksichtsloser Menschenfeind, der immer nur zu seinem eigenen Vorteil handelte. Frank hält den halb-vergammelten Lew für eine Halluzination - doch sehr eindringlich (über den Straßen New Yorks) warnt Hayward Frank davor, dass er sehr bald Besuch von drei Geistern bekommen würde.


Drei Geister, die ihm sein Leben vor die Augen führen würden und ihm die Chance geben werden, es noch zu ändern, bevor es zu spät ist. Trotz Lews eindringlicher Warnung, tut Frank den Vorfall als reines Hirngespinst ab - doch als der erste Geist, der Geist der vergangenen Weihnacht, ihn in seinem Taxi mit in seine Kindheit nimmt, wird ihm klar, dass dies kein Hirngespenst mehr ist...


Nach unzähligen Verfilmungen nahm sich 1988 Richard Donner, Mastermind hinter „Lethal Weapon“ und „Superman - Der Film“, einer weiteren Interpretation von Charles Dickens’ berühmter Weihnachtsgeschichte an. Aus Ebenezer Scrooge wurde Frank Cross, aus Marley Lew Hayward, aus Dickens’ „A Christmas Carol“ eine bitterböse Fantasy-Satire - mit Herz. Es ist ja Weihnachten. Natürlich ist die Geschichte in ihrem Grundmuster nicht verändert wurden - und so wird auch Frank Cross, wie eben Ebenezer Scrooge, zu einem guten Menschen gewandelt. Nicht nur zu einem guten Menschen, auch noch zu einem guten Sänger. Beim großen Finale trällert das gesamte Produktionsteam Annie Lennox’ Weihnachts-Smasher „Put a little love in your heart“ vor sich hin. Das dies Weihnachts-Kitsch in Reinkultur ist, dürfte klar sein - und funktioniert so auch nur zum frohen Fest. Alldiejenigen die dabei Kopfschmerzen kriegen, sollen sich gleich wieder in ihr Kellerloch verkriechen. Es ist ja nur einmal im Jahr - und einmal im Jahr darf auch der konsum-kritische Punk, der in Selbstmitleid badende Emo, der nie lächelnde Death-Metaler, der stets lässige Hip-Hoper, der desillusionierte Alt-Hippie, der immer steife Banker, der mürrische Bauarbeiter, das deprissive Hausmütterchen mitsummen und vielleicht sogar den Takt mitklatschen. Einmal im Jahr brauchen wir nicht (nach unserer eigenen Vorstellung) cool sein und uns vom Kitsch überrollen lassen - denn es ist ja immerhin ein Märchen und appaleliert mit einer simplen Moral an unser Gewissen.


Unterstützt wird die weihnachtliche Friedensbotschaft von einem optisch brilliant-inszenierten Film. Auch wenn einige Effekte heutzutage etwas aus der Mode sind, so passen sie immer noch perfekt ins Gesamtbild und stechen nicht hervor (ich sage nur: vollgeschleimtes Museum in „Ghostbusters 2“...). Wenn man sich den Streifen anschaut, fragt man sich, warum Richard Donner es nicht öfters gewagt hat, ins Komik-Fach abzudriften. Nicht unerwähnt soll Danny Elfmanns oscar-nominierter Score bleiben, dessen Hauptthema Ohrwurm-Charakter besitzt. Geschickt vermischt er klassische Weihnachts-Klänge mit düsteren Eigenkompositionen.


Für all diejenigen, die mit Weihnachten grundsätzlich nichts anfangen können (warum auch immer...), bietet der Film wenigstens das gesamte Murray-Trio. Ob John Murray, Joel Murray oder Brian Doyle-Murray - Bills halbe Familie hat hier Platz gefunden...


...und zudem auch noch Lee Majors, Robert Mitchum, John Forsythe, Karen Allen, John Glover, Bobcat Goldthwait, Carol Kane, David Johansen, Miles Davis und Robert Goulet (Naked Gun, anyone?). Ein perfekt-abgestimmtes Ensemble ohne deren Talent der Film wohl nur die Hälfte wert wäre.

„Die Geister, die ich reif...“ gehört mittlerweile zu den geheimen Weihnachts-Klassikern, die auf meiner persönlichen X-Mas-Filmlist neben „Das Leben ist schön“ und (natürlich) „Gremlins - Kleine Monster“ ganz weit oben steht. Es ist nicht die einzige gelungene Interpretation von Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ (nicht zu vergessen wären die ollen Muppets UND natürlich Clive Donners „Christmas Carol“ mit George C. Scott!), aber wohl die Beste, die es tatsächlich schaffte die Geschichte in die Moderne zu bringen und sie in eine schwungvolle, düstere Fantasy-Komödie zu verwandeln - mit Happy-End, versteht sich. Sind hier ja nicht bei Blackadder. ;)

Fatality:
Put a little love in your heart...and get scrooged!
 

 

 

 

Legende  

 

 

 

 

 

 

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