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Kampf der Titanen

Clash of the Titans

-

Eine neue Dimension von Abenteuer

USA, 1981

ca. 113 Min.

Desmond Davis

Beverley Cross

Harry Hamlin, Judi Bowker, Burgess Meredith, Laurence Olivier, Claire Bloom, Maggie Smith, Ursula Andress, Siân Phillips, Flora Robson, Freda Jackson, Tim Pigott-Smith, Neil McCarthy

 

 

FSK 12

26.06.1981
16.08.1985 (DDR)

?

23.06.2006

12.03.2010

?

03.01.1987 (DFF 1)

-

-

 

 

 

 

 

 

 

 

„Die Götter des Olymps sind mysteriös und ihre Motive sind exzentrisch.“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Heidewitzka! Die Götter des Olymp, allen voran Göttervater Zeus, reißen sich schön den Arsch auf, um Schwung ins antike Griechenland zu bringen!


Akrisios, der König von Argos, ist ein fieser Brocken. Aber...boa. Er lässt seine Tochter Danae und ihr Baby in eine Holzkiste sperren und aufs Meer hinaustreiben, weil er glaubt, sie hätte mit dem Kind Schande über sein Königreich gebracht (das vielleicht Dorfgröße zu haben scheint). Schon sein Gesicht...seht mal:


So ein Arschloch.

Das denkt auch Zeus, Herr aller griechischen Gottheiten. Denn - selbstverständlich zu der Zeit - ist er der Vater des Babies (das übrigens gezeugt wurde, nachdem Zeus sich in einen Goldregen verwandelt hat, um sich Danae nähern zu können. Das wird allerdings rein der Fantasie überlassen). Zeus bebt vor Angepisstheit und schwört vor seiner Handvoll Göttergenossen Rache.


Diese Götterschaft besteht, laut Film, eben aus Zeus, Gattin Hera, dem Meeresgott Poseidon, der Schönheitsgöttin Aphrodite (die Ursula Andress sehr ähnelt, ähem), Athene (inklusive Eule), Tethis (einer Göttin, die es „in Wahrheit“ gar nicht gibt, eher ist sie lediglich ’ne Meeresnymphe) und einem schweigenden, nicht näher zu identifizierenden bebauchten Togaträger in der Ecke. Zeus jedenfalls lässt befehlen: „Lass’ das Seeungeheuer los!“ Poseidon beugt sich dem Willen seines Meisters. Mit ersichtlicher Begeisterung.


Und während das Ungeheuer auch loslegt und zerstörende Wellen auf Argos jagt (mir wäre es allerdings lieber gewesen, er hätte ein paar Tempel eigenhändig zerschmettert), zerkloppt Zeus dafür eigenhändig den fiesen Akrisios - als Tonfigur mit Voodoofunktion. Zeigt aber auch Wirkung.


Danach wünscht sich Zeus für seinen Seitensprung Danae und ihrem Sohn nur eines: Sie sollen auf der Insel, die sie ihn ihrer Holzkiste erreicht haben (wie sind sie da überhaupt rausgekommen, zum Teufel??) eine glückliche Zukunft verbringen. Und...nackt?


Der Junge wächst aber - in Montagegeschwindigkeit - zu einem Prachtburschen heran, dem es scheinbar an nichts mangelt. Weder an Muskeln noch an Lippenfleisch noch an Haaren...gut, vielleicht an adäquater Bekleidung (vielleicht so sehr, dass man noch etliche Zuschauer/-innen des damaligen 1980er Jahre Kinopublikums lechzen hören kann). Tethis (nicht zu verwechseln mit „Tetris“) sieht das gar nicht gerne, wurde soeben ihr eigener Sprössling Calibos (nicht zu verwechseln mit Calimero) von Zeus in ein abscheulichen Teufelmenschen verwandelt. Dafür mit putziger Animationskraft, was nur Zeus kann. Respekt.


Und Mutti Tethis sinnt nach Rache - befördert rotzfrech Perseus in eine ihm fremde Gegend und dort lernt er einen alten Mann namens Ammon kennen, der sich nur zu gern um Perseus kümmert - als Trainer. Man kann einen Promi-Bonus daraus schließen. Doch Perseus ist schon eine glückliche Sau: wer Burgess Meredith zum Trainer bekommt, der schon den Trainer in „Rocky“ gegeben hat, kann nicht verkehrt ausgebildet werden. Dementsprechend will Perseus auch so gucken wie Rocky. Vielleicht bringt das Glück.


Und so verschlägt es ihn, nebenbei mit neuen göttlichen Waffen ausgestattet (wobei mir mittlerweile nach dem jämmerlichen Holzschwert in „Turkish Star Wars“ jedes Schwert irgendwie gefällt), in die Stadt einer Prinzessin, die ihren Freiern saufiese Rätsel stellen muss, andernfalls werden sie ebenso fies verbrannt.


Verständlich, dass Perseus nicht dieses Schicksal teilen möchte. Mit seinem nagelneuen Unsichtbarkeits-Helm schleicht das Genie sich einfach in ihr Schlafgemach. Baff von ihrem Körper- äääh, lieblichen Anblick sagt er: „Ich habe mein Schicksal gefunden“. Es wäre für ihn ein Leichtes, sich mit ihr wenigstens ein Weilchen zu vergnügen, nur so nebenbei bemerkt. Oder ob es sein anerzogener Anstand ist oder der Harryhausen-Geier dort draussen auf dem Balkon, was ihn davon abhält, das erfahren wir nicht.


Perseus will dem Geier und damit seiner neuen heimlichen Liebe folgen. Was macht man in solch einem Fall? Ammon weiss die perfekte Lösung im Nu: Pegasus holen! Im Handumdrehen fängt und reitet unser Held das beflügelte Ross, so mühelos, als handele es sich um eine große Bratwurst. Hinterher schafft er es tatsächlich, dem Geier zu folgen, luchst in einem Versteck dem gemeinen Callibos die Lösung des aktuellen Rätsels ab und gewinnt beim nächsten Vorstellungstermin praktisch das Herz der großäugigen Königinnentochter.


Schlechte Laune bei Tethis, die sich sozusagen um die Rolle der Schwiegermutter einer Prinzessin geprellt fühlt (wobei man sich doch fragt: sollte sich eine mächtige Göttin ernsthaft darum scheren, ob der eigene Sohn eine Adelige heiratet? Es ist ja nicht so, als ob ihr gesellschaftlicher Rang oder ihr Vermögen davon abhängig wäre...oder?). Ihre Stimmung ist angeknackst. So sehr, dass die ihr geweihte Statue es ihr nachtut. Und diese verlangt ein krasses Opfer: die Prinzessin angekettet an einem Felsen als Monsterfutter - in 30 Tagen!


Perseus ist nicht gerade einverstanden damit, dass seine nagelneue Gattin praktisch nach den Flitterwochen im Magen eines Seeungeheuers landen wird. Und da Perseus sich mit ein paar kleinen Tricks bisher durchgeschmuggelt hat, aber auch kein Supermann ist, braucht er den Schädel der Medusa, deren Blick ja bekanntlich alles Lebende zu Stein verwandelt - selbst wenn sie tot ist. Doch noch lebt sie. Was bedeutet: wieder Harryhausen am Start!

Auf dem Weg begegnet die Reitertruppe einer - haltet euch fest - mechanischen Eule, die von billigen olympischen Arbeitskräften zusammengebaut werden musste, da Göttin Athena selbst zur Unterstützung Perseus’ nicht auf ihre eigene Eule verzichten will. Dieser schnabelige Blechhaufen ist ein putziger kleiner Kerl, ein vom Ast purzelnder Schelm und daher ein richtiger Schenkelklopfer. Hahaha! Hahahaha!! Ha..ha..haaaaa...


Doch selbstverständlich erfüllt die Blecheule eine andere Funktion: die Helden dorthin zu führen, wo die Schlangenfrigatte zu wohnen pflegt. Da sie nicht einfach so zu erreichen ist, muss die Bande über den Fluss Styx und mit einem Obolus und einem „Mann, kommt der Bus aber spät heute“-Blick empfängt der tapfere Perseus den knöcherigen Fährmann. Dieser bringt ihn wortlos zum Anwesen der Schlangenschlampe.


Wo aber auch ein zweiköppener Wauwau seine Runden dreht (übrigens nicht verwechseln mit Cerberus, seinem dreiköppernen Bruder).


Und der Hund blutet wie die Sau, dem göttlichen Schwert von Perseus scheint das aber nichts auszumachen (Schwert mit automatischer Spülfunktion?).


Nach der kleinen tierischen Begegnung zur Nächsten...


Natürlich braucht der stramme Perseus nicht lange, bis er auch die im Zaum (bzw. ihren Schädel in den Fingern) hat. Und damit er - auch ohne vorhandenes Publikum IM Film - zeigen kann, wie „badass“ er ist, hebt er den Kopf in die Höhe.


Danach bressiert’s, denn die Prinzessin Peach, ääh, Andromeda gehört im Glitzerfummel dem Seeungeheuer ausgeliefert, Perseus und seine Freunde (Pegasus sowie nochmal die wasserdichte Blecheule) biegen die Sache wieder gerade und die Götter sind zufrieden.


Am Ende schmeisst der Dummdödel Perseus den Medusakopf allerdings einfach weg - schade, hätte der doch eine feine Methode gegen aufdringliche Vertreter und ungezogene Untertanen abgegeben.

Zu den meiner Meinung nach doch gelungenen Effekten brauch ich nichts mehr sagen - die Bilder sollten genug sprechen. Über die schauspielerischen sowie synchrontechnischen Leistungen kann man streiten, doch man sagen, sie liegen im soliden Bereich und natürlich ist es gerade der Held, der ein wenig blass und nichtssagend unter all den anderen Figuren wie Zeus oder Calibos wirkt. Mit nackiger Haut, tollen Posen und Wuschelfrisur hält er die Zuschauer bei der Stange. Oder soll.

„Kampf der Titanen“ macht Spass und das ist das Wichtigste. Handwerklich beachtenswert und (daher) natürlich keine Trashbombe wie etwa „Roboter der Sterne“, aber dennoch gespickt mit unfreiwilliger Komik. Ach ja, wir bräuchten mal wieder die Götter des Olymp in unserer Gegenwart. Mehr Ungeheuer. Mehr Titanen. Amen.

Stop-Motion-Monsterpower 65 %
Götter 30 %
Rocky 5 %
 

 

 

 

Legende  

 

 

 

 

 

 

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