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Kick-Ass

Kick-Ass

-

2008

8

fortlaufende Reihe

monatlich

Englisch

Mark Millar

John Romita Jr.

Dean White

Chris Eliopoulos

?

Icon

0785134352

 

 

„I always wondered why nobody did it before me. I mean, all those comic book movies and television shows, you’d think at least ONE eccentric loner would have stitched himself a costume. Is everday life really so exciting?“

 

 

Für den Inhalt des Reviews ist der jeweilige Autor zuständig. Für Fragen wendet euch bitte an diesen.

 
Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, sich eine Latexmaske überzuziehen, in Muttis Strumpfhosen zu schlüpfen und Verbrechern die Zähne aus der Kauleiste zu prügeln?


Genau mit dieser Frage befasst sich das vorliegende Bild- und Schriftwerk von Marvel-Superstar Mark Millar. Der Name weckt in mir gemischte Gefühle, schenkte uns der Schotte doch das geniale „Wanted“ (bitte denkt hier nicht mal im Ansatz an die dazugehörige Filmadaption – da wird mir übel!) und die unterhaltsame Story „Wolverine: Enemy of the State“, aber leider war er auch an der Verhunzung meines geliebten Marveluniversums beteiligt, sprich dem Megaevent „Civil War“. Viel mehr habe ich, so glaube ich zumindest, auch nicht von ihm gelesen. Ich war also ziemlich skeptisch, als das Internet plötzlich von Meldungen überschwemmt wurde, dass „Kick-Ass“ die nächste Stufe des Superheldengenres sein sollte. Obacht! Es kommt meistens anders als man denkt. Ich beziehe mich hier auf die englische Sammelbandausgabe, die die ersten acht Ausgaben der Comicreihe (und damit den ersten Handlungsstrang) zusammenfügt.

„It didn’t take your parents getting shot ...or cosmic rays or a power ring. Just the perfect combination of loniliness and despair.“

Dave Lizewski ist ein 16-jähriger Normalo-Comicnerd mit einem Traum: Er möchte Arschtritte verteilen. Scheiße, und das macht er auch reichlich! Aber bis dahin ist es ein weiter und beschwerlicher Weg. Dave kann nämlich, außer Schläge, Tritte und Verletzungen einstecken, so rein gar nichts; weder fliegen, noch Laser aus den Augen schießen, ja nicht einmal Kung-Fu oder den Umgang mit Waffen beherrscht er auch nur ansatzweise. Da er die Weisheit nun auch nicht mit Löffeln gefressen hat, bleiben nur noch zwei Dinge übrig, um so etwas verrücktes durchzuziehen zu wollen: die hingebungsvolle Liebe zu Superheldencomics und pure Langeweile. Keine echten Gründe also.


Folglich kauft sich der schwächliche Bengel einen ordentlichen Spandexanzug, verpasst sich ein cooles Alterego namens Kick-Ass und macht Jagd auf den Abschaum der Stadt.

Bei einer seiner heroischen Prügeleien wird der Amateur-Held dann gefilmt und quasi über Nacht zum YouTube-Phänomen. Kostümierte Typen betreten den öffentlichen Raum und es dauert nicht lange bis der Junge auch auf andere „Superhelden“ stößt. In einer muffigen Crackhöhle trifft er auf Hit Girl, ein 10-jähriges Mädchen, das sich vorzüglich mit Klingen aller Art auskennt und diese auch gern in verbrecherischen Menschen platziert. Sie zieht, versteckt und abseits medialer Aufmerksamkeit, mit Big Daddy durch die Gegend und tötet reihenweise böse Buben – also sind diese Beiden zumindest einen Schritt näher am Superheldenbusiness als Kick-Ass. Neben Dave zwängt sich aber noch ein weiterer Recke in knallbunte Unterwäsche und in die Öffentlichkeit: Red Mist. Konkurrenz oder Seelenverwandter für Kick-Ass? Das, und was sonst noch in Dave Lizewskis Leben vorgeht, solltet ihr selbst herausfinden...


Auch der Pinselstrich von John Romita Jr. kann sich sehen lassen. Das Charakterdesign und der hemmungslose Einsatz de roten Lebenssaftes unterstreichen den Ansatz von Millar perfekt: eine nicht ernstgemeinte Satire, gespickt mit unterschwelligem, abseitigen Humor.

Das Kunststück des Comics ist aber die Gratwanderung zwischen dem völlig überzogenen Gewaltgrad, der Theorie sich zu maskieren und Leute zu verprügeln und einem gewissen Anspruch an Realismus. Trotz bunter Kostüme (und eimerweise Blut) gerät auch die farbliche Gestaltung nicht ins absurde. Gespickt ist das Ganze noch, sehr zur Freude aller Comicnerds, mit tonnenweise Anspielungen auf Superheldencomics und die Superhelden an sich – eine augenzwinkernde Liebeserklärung.

„You wouldn’t believe how wired we were. All we could talk about was what we´d do to thos rapist or that serial killer or anyone we found robbing a bank.“

Schade, dass nicht genügend Platz war, um auch die interessanten Nebencharaktere besser auszuleuchten, denn das Hauptaugenmerk liegt ja auf Kick-Ass, aber es soll ja auch auf eine fortlaufende Reihe ausgelegt sein. Da kann man sicherlich noch mehr in den folgenden Ausgaben erwarten.


Fatality:
Millar hat hier eine Hommage an das Superhelden-Comicgenre geschaffen, die einem echten Fanboy das Herz höher schlagen lässt. Hier stimmt eigentlich fast alles: Schreibstil, Artwork, Humor, fluchende Kinder, Drogenmissbrauch, ausufernde Gewalt ... das dürfte also auch Menschen gefallen, die nicht Spider-Man oder Batman seit den 60ern sammeln.
 

 

 

 

Legende  

 

 

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